Dinamo bescherte dem Maksimir ein Fußballdrama, das lange in Erinnerung bleiben wird. Im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League besiegte der kroatische Meister am 28. Juli 2026 den Schweizer Club Thun mit 3:2 nach Verlängerung, obwohl er zur Halbzeit mit 0:2 zurücklag. Neben dem Weiterkommen sicherte der Sieg dem Club bereits mindestens 3,695 Millionen Euro und einen garantierten Platz in der Gruppenphase der Conference League, wie Net.hr berichtet.
Katastrophaler Start
Bereits in der 4. Minute kassierte Dinamo das erste Tor. Mišić verlor den Ball im Mittelfeld, die Gäste schalteten schnell um, Zoukit flankte von links und Labeau traf aus kurzer Distanz zum 0:1. Neue Sorgen für die Mannschaft von Trainer Mario Kovačević gab es in der 22. Minute: Fehr führte einen Freistoß aus, und Thun-Kapitän Burki köpfte aus spitzem Winkel an Torhüter Filipović vorbei zum 0:2. Zur Halbzeit hallten Pfiffe durch das Maksimir-Stadion, berichtet Klix.ba.
Wendepunkt mit Roter Karte
Der entscheidende Moment ereignete sich in der 67. Minute. Nach VAR-Überprüfung zeigte der Schiedsrichter Burki die direkte Rote Karte wegen eines Fouls als letzter Verteidiger. In Überzahl begann Dinamo mit vollem Druck.
Aufholjagd in vier Minuten und Verlängerung
Nur sieben Minuten später, in der 74. Minute, flankte Moris Valinčić hervorragend von rechts, und Dion Drena Beljo verkürzte per Kopf auf 1:2. Bereits in der 78. Minute führte Topić eine Ecke aus, und Kačavenda lenkte den Ball aus fünf Metern ins Netz zum 2:2, Jubel auf den Rängen. Bis zum Ende der regulären Spielzeit traf Topić noch den Pfosten, und Thun-Torhüter Steffen rettete in der 88. Minute mit einer spektakulären Parade seine Mannschaft, sodass es in die Verlängerung ging.
Valinčić' Geschoss für die Geschichte
Obwohl die Gäste in der 98. Minute durch Heule eine vielversprechende Chance hatten, suchte Dinamo geduldig den Siegtreffer. In der 113. Minute nahm Valinčić den Ball auf seiner eigenen Hälfte auf, sprintete in Richtung Strafraum und jagte aus 17 Metern einen unhaltbaren Schuss unter die Latte zum endgültigen 3:2. Der ehemalige Spieler von Široki Brijeg wurde zum Helden des Abends.
Nach dem Spiel teilte der offizielle Twitter-Account von Dinamo stolz mit:
"...damit du für immer weißt, wer Dinamo ist und wo die Stadt Zagreb liegt!"
Zuvor hatten sie auf demselben Profil die Fans gefragt:
"Habt ihr Dinamo vermisst...?"
Finanzieller Gewinn und nächster Schritt
Neben dem sportlichen Erfolg sicherte sich Dinamo mit diesem Sieg auch beträchtliche Einnahmen. Laut Berechnungen von Net.hr hat der Club bisher mindestens 3,695 Millionen Euro in europäischen Wettbewerben verdient. Diese Summe umfasst eine feste Zahlung von 175.000 Euro für drei Qualifikationsrunden und 3,17 Millionen Euro für den garantierten Einzug in die Gruppenphase der Conference League, falls er in den nächsten beiden Runden nicht weiterkommt. Ein Sieg in der Ligaphase der Conference League bringt 400.000 Euro, ein Remis 133.000 Euro. Zudem haben sich die Blauen bereits einen europäischen Herbst gesichert, da eine Niederlage in den letzten beiden Qualifikationsrunden sie genau dorthin führen würde.
In der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League trifft Dinamo auf den Sieger des Duells zwischen KÍ Klaksvík von den Färöer-Inseln und dem litauischen Club Kauno Žalgiris. Das erste Spiel im Maksimir findet am 4. oder 5. August statt, das Rückspiel auswärts am 11. August 2026, einem Dienstag, da der Mittwoch für den UEFA-Supercup zwischen Aston Villa und Paris Saint-Germain reserviert ist.