Der GNK Dinamo sicherte sich den Einzug in die 3. Qualifikationsrunde der Champions League, nachdem er am Dienstagabend im Maksimir-Stadion den Schweizer Club Thun in der Verlängerung mit 3:2 besiegte. Das erste Spiel in der Schweiz endete 1:1. Die Gäste gingen in der 4. Minute durch Bright Labeau in Führung, Marco Bürki baute diese in der 22. Minute aus. Die Wende brachte der Platzverweis für denselben Spieler in der 67. Minute nach VAR-Eingriff. Dion Drena Beljo (74.) und Lukas Kačavenda (78.) gaben die Hoffnung zurück, den Siegtreffer erzielte Moris Valinčić in der 112. Minute.
Privitelli verärgert: 'Sie waren äußerst unsportlich'
Thun-Trainer Gian-Luca Privitelli machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Laut der Zeitung Slobodna Dalmacija kritisierte er gegenüber Schweizer Medien besonders das Verhalten der Dinamo-Spieler unmittelbar vor der Roten Karte: 'Vor der Roten Karte waren sie äußerst unsportlich, sie gaben uns den Ball aus Fairplay zurück und begannen sofort mit dem Pressing. Danach haben wir nicht gut gespielt, aber trotzdem... Das war nicht gentlemanlike, oder?'
Obwohl der Schiedsrichter zunächst Gelb gezeigt hatte, änderte der VAR die Entscheidung in Rot, da Bürki den Gegner vor dem Strafraum als letzter Abwehrspieler gestoppt hatte. Privitelli ist der Meinung, dass er nicht der letzte war: 'Er gab ihm Rot, obwohl Justin Roth ganz nah dran war, eine wirklich mutige Entscheidung. Wenn das Spiel bei uns stattgefunden hätte, hätte er wahrscheinlich nicht Rot gezeigt.'
Schweizer Fernsehen verlor Signal und zeigte Konzert
Während die kroatischen Zuschauer bei RTL ohne Grafiken und Wiederholungen blieben, erlebte der Schweizer Sender SRF einen vollständigen Übertragungsabbruch. Wie die Slobodna Dalmacija unter Berufung auf den Blick berichtet, war zu Beginn der zweiten Halbzeit das Signal aus Maksimir 15 Minuten lang verloren, und das Programm wurde mit einem Konzert der Popsängerin Stefanie Heinzmann gefüllt. Kommentator Calvin Stettler, der das Spiel aus Zürich verfolgte, erklärte: 'So etwas habe ich noch nie erlebt.' Als die Verbindung wiederhergestellt war, sahen die Schweizer die Rote Karte ihres Kapitäns, und das Blatt hatte sich endgültig zugunsten von Dinamo gewendet.
100. Sieg, neunter europäischer Herbst und volle Kasse
Laut Net.hr war der Sieg gegen Thun der 100. Heimsieg von Dinamo in Maksimir bei europäischen Spielen, und der Verein sicherte sich gleichzeitig die neunte aufeinanderfolgende Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs. Dinamo ist zudem der erste kroatische Club, der sich in dieser Saison einen europäischen Startplatz gesichert hat, mindestens in der Conference League.
Index.hr Gastro legt eine Rechnung vor: Allein durch die festen UEFA-Prämien hat Dinamo bereits mindestens 3.695.000 Euro verdient. Das beinhaltet 175.000 Euro pro absolvierter Qualifikationsrunde sowie 3,17 Millionen Euro für die Teilnahme an der Conference League. Sollte der Club in der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League ausscheiden und in die Europa League einziehen, steigen die festen Prämien auf mindestens 4,66 Millionen Euro. Schafft Dinamo den Sprung in die Play-offs der Champions League und dann in die Europa League, würde das kombinierte Einkommen ohne Boni 8,6 Millionen Euro erreichen. Der Einzug in die Ligaphase der Champions League brächte eine Grundprämie von 18,62 Millionen Euro.
Gegner in der 3. Qualifikationsrunde wird heute bekanntgegeben
Der Gegner von Dinamo in der nächsten Runde wird der Sieger des Duells zwischen KÍ Klaksvík (Färöer) und dem litauischen Vertreter Kauno Žalgiris sein, der vom kroatischen Trainer Željko Sopić betreut wird. Das erste Spiel endete 0:0, das Rückspiel findet am Mittwoch um 18:00 Uhr statt.
Die Blauen sendeten eine Botschaft an die Fans
Nach dem Spiel meldete sich Dinamo auf Twitter mit einer Reihe von Beiträgen. '...damit du für immer weißt, wer Dinamo ist und wo die Stadt Zagreb liegt!', hieß es in einem Beitrag mit einem blauen Herz-Emoji. Etwas später, zusammen mit dem traditionellen Nachtfoto vom Spielfeld, schrieb der Club: 'Ihr habt doch nicht etwa gedacht, dass wir das traditionelle Nachtfoto vergessen?' und vor dem Spiel fragte er: 'Habt ihr Dinamo vermisst...?'