Lebenslange Haft für Afghanen in München
Das Gericht stellte bei dem 25-Jährigen die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren erheblich erschwert.
Das Gericht stellte bei dem 25-Jährigen die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren erheblich erschwert.
Das Oberlandesgericht München hat am Donnerstag den 25-jährigen Afghanen Farhad N. wegen des tödlichen Autoatentats auf einen Demonstrationszug der Gewerkschaft ver.di zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Senat stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung nach 15 Jahren Haft erheblich erschwert, wie die Tagesschau berichtet.
Nach Überzeugung des Gerichts ist Farhad N. im vergangenen Jahr absichtlich mit seinem Auto in das Ende des Demonstrationszuges gefahren. Der Vorsitzende Richter Michael Höhne beschrieb den Tatort als "ein einziges Trümmerfeld" von zwölf Metern Breite und 23 Metern Länge. Bei dem Anschlag kamen ein zweijähriges Mädchen und ihre Mutter ums Leben, Dutzende Menschen wurden verletzt.
Farhad N. wurde des zweifachen Mordes, des 23-fachen versuchten Mordes sowie der Körperverletzung in 22 Fällen für schuldig befunden, wobei 19 Fälle als schwere Körperverletzung qualifiziert wurden. Das Gericht folgte vollständig dem Antrag der Bundesanwaltschaft auf die Höchststrafe, während die Verteidigung eine 15-jährige Haftstrafe und die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung gefordert hatte.
Bei der Urteilsbegründung betonte Richter Höhne, dass der Angeklagte, der aus Afghanistan stammt, als Reaktion auf die Lage in islamischen Ländern gehandelt und zufällig ausgewählte Menschen in Deutschland angreifen und töten wollte. "Damit wollte der Angeklagte eine Gott wohlgefällige Tat begehen und sich vor Allah, sich selbst und seiner Familie als guter Muslim beweisen", zitiert die Tagesschau die Worte von Richter Höhne.
Der Anschlag ereignete sich im vergangenen Jahr während einer Gewerkschaftsversammlung in München und löste in ganz Deutschland starke Reaktionen aus. Obwohl der Fall keinen direkten Bezug zu Kroatien hat, regen solche Ereignisse regelmäßig Debatten über Sicherheit und Integration in der gesamten Europäischen Union an, auch in Kroatien.