Die Regierung der spanischen autonomen Enklave Ceuta, die an der Nordküste Afrikas liegt, hat bekannt gegeben, dass die Zahl der Todesopfer bei der großen Migrantenwelle auf 88 gestiegen ist, wie die Nachrichtenagentur EFE berichtet. Die meisten Opfer ertranken beim Versuch, an die Küste dieses spanischen Territoriums zu schwimmen.
Nach Berichten sind letzte Woche Zehntausende Migranten in die Hafenstadt an der Grenze zu Marokko eingedrungen. Während die spanische Regierung behauptet, dass die meisten von ihnen nach Marokko zurückgekehrt sind, zeigt das Bild vor Ort laut der deutschen Bild-Zeitung eine andere Realität. Aufnahmen zeigen Hunderte von Migranten, die durch die Straßen von Ceuta ziehen und "Allahu Akbar" rufen.
Widersprüchliche Angaben zur Zahl der Migranten
Der Präsident der Regionalregierung von Ceuta, Juan Jesús Vivas, erklärte, dass man noch nicht von einer Rückkehr zur Normalität sprechen könne und dass sich weiterhin "Tausende" Migranten in der Enklave befänden. Seine Aussagen werden auch von Mitarbeitern des städtischen Aufnahmezentrums bestätigt, die der Agentur Reuters sagten, dass Tausende Migranten die Rückkehr nach Marokko verweigert hätten.
Diese Angaben stehen in direktem Widerspruch zur offiziellen Haltung der spanischen Regierung. Nach Informationen des staatlichen Fernsehens RTVE stammen die meisten Migranten aus Regionen West- und Ostafrikas, während die Bild-Zeitung konkret Herkunftsländer wie Somalia, Sudan und Nigeria nennt.
Versuche, auf das europäische Festland zu gelangen
Zusätzliche Besorgnis erregt die Tatsache, dass einige Migranten nicht von ihrem Vorhaben ablassen, auf das europäische Festland zu gelangen. Der kanadische Sender CBC News berichtete über eine größere Zahl von Abfangaktionen von Migranten im Bereich der Straße von Gibraltar, während einige von ihnen, so die gleichen Angaben, bereits europäischen Boden betreten haben.
In der Zwischenzeit geht in Ceuta die mühsame Suche nach Leichen weiter. Die spanische Zeitung El País schreibt, dass noch nicht alle Leichen gefunden wurden, und das örtliche Leichenschauhaus ist bereits überlastet aufgrund der hohen Zahl an Opfern. Die humanitäre Krise in dieser spanischen Enklave lässt nicht nach, und die Aussichten auf eine schnelle Beruhigung der Lage bleiben ungewiss.