Mindestens drei Menschen wurden am 3. August 2026 getötet und 13 verletzt, als Drohnen in einem russischen Ferienort an der Schwarzmeerküste abstürzten. Der Vorfall ereignete sich in Archipo-Ossipowka, das zur Stadt Gelendschik in der Region Krasnodar gehört, einem beliebten Touristenziel.
Der regionale Gouverneur Weniamin Kondratjew bestätigte die Zahl der Toten und Verletzten, darunter auch Kinder. "Der Angriff zielte auf die zivile Infrastruktur. Not- und Spezialdienste arbeiten an den Einschlagstellen. Ich habe den Bürgermeister von Gelendschik, Alexei Bogodistow, angewiesen, den Verletzten und den Familien der Getöteten jede notwendige Unterstützung zu leisten", erklärte Kondratjew.
Zeugen und Behörden geben unterschiedliche Versionen des Geschehens ab
Die russischen Behörden behaupten, dass die Opfer durch Trümmerteile einer Drohne getötet wurden, nachdem das Fluggerät abgeschossen worden war. Zeugen beschreiben jedoch auf sozialen Medien dramatischere Szenen und berichten, dass die Drohnen direkt über dem Strand flogen und eine davon zwischen den Badegästen einschlug, was eine heftige Explosion und Panik auslöste. Diese Angaben wurden von russischen Beamten bislang nicht bestätigt, und eine unabhängige Überprüfung der Behauptungen war nicht möglich.
Russische Medien berichten über Aussagen von Menschen vor Ort, die das Chaos am Strand beschreiben, wo sich Badegäste hinter Felsen und Liegen versteckten. In der Nacht wurde in Gelendschik eine Drohnenangriffswarnung ausgerufen, und Bürger meldeten Aktivitäten der Luftabwehr.
In der Nähe von Putins milliardenteurem Palast
Besondere Aufmerksamkeit erregt die Tatsache, dass sich der Ort des Einschlags nur etwa zwanzig Kilometer Luftlinie von dem Luxuskomplex an der Schwarzmeerküste befindet, der oft als "Putins Palast" bezeichnet wird. Der Wert dieser Immobilie wird auf über eine Milliarde Euro geschätzt.
Die Öffentlichkeit erfuhr erstmals 2010 von dem Komplex, nachdem der Whistleblower Sergei Kolesnikow in einem Brief an den damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew Vorwürfe im Zusammenhang mit dessen Bau erhoben hatte. Der russische Präsident Wladimir Putin wies später die Behauptungen zurück, Eigentümer zu sein, und der Kreml erklärte, es handele sich um ein privates Projekt von Geschäftsleuten, deren Identität nicht preisgegeben wurde. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Komplex sind streng, und Überflüge sind verboten. Nach Angaben des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) wurden diese Maßnahmen ergriffen, um die Objekte angesichts der verstärkten Aktivitäten ausländischer Geheimdienste zu schützen.
Massive Drohnenangriffe und früherer Vorfall
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass zwischen dem Abend des 2. August und dem Morgen des 3. August insgesamt 131 ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen, der annektierten Krim und dem Schwarzen Meer abgefangen oder zerstört wurden. Die ukrainische Seite hat sich zu diesen Angaben bislang nicht geäußert.
Einen Tag zuvor, am 2. August 2026, ereignete sich ein weiterer tragischer Vorfall. In der Siedlung Printsevka in der Region Belgorod stürzte eine Drohne in der Nähe eines Kinderspielplatzes ab. Bei diesem Vorfall kam ein 13-jähriges Mädchen ums Leben, während zwei Mädchen im Alter von sieben und neun Jahren verletzt wurden.