Der diesjährige Bericht des US-amerikanischen FBI über Online-Kriminalität, veröffentlicht am 4. August 2026, bringt eine bedeutende Neuerung. Nach einem Vierteljahrhundert findet sich unter den Kriminalitätskategorien erstmals ein Abschnitt, der ausschließlich der künstlichen Intelligenz gewidmet ist, was bestätigt, dass sie zu einem Werkzeug für Massenkriminalität geworden ist, berichtet HOP Portal.
Die anerkannten finanziellen Verluste im Zusammenhang mit Betrug, der künstliche Intelligenz nutzt, erreichten 893 Millionen Dollar. Diese Zahl ist, wie das FBI warnt, wahrscheinlich sogar unterschätzt, da sie nur die Opfer umfasst, die erkannt haben, dass sie von einer Maschine und nicht von einem Menschen getäuscht wurden. "Wenn der Betrug gut ausgeführt wird, bleibt das Opfer überzeugt, dass alles real war", heißt es in der Analyse des Berichts.
Ältere Menschen im Visier, ein Betrüger verfolgt Hunderte
Die Daten zeigen, dass ältere Menschen am stärksten betroffen sind. Die Zahl der Beschwerden von Bürgern über sechzig Jahren stieg innerhalb eines Jahres um 37%, während ihre Verluste um ganze 59% zunahmen. Das FBI betont, dass künstliche Intelligenz alte Betrugsmuster industrialisiert und es Kriminellen ermöglicht, gleichzeitig eine große Anzahl von Opfern ins Visier zu nehmen. "Früher verfolgte ein Betrüger eine Person, jetzt verfolgt er fünfhundert, und jeder hat eine andere Geschichte, die von der Maschine geschrieben wurde", beschreibt der Bericht.
Zu den häufigsten Betrugsformen gehören gefälschte Geschäfts-E-Mails mit Anweisungen für Banküberweisungen, geklonte Telefonanrufe, gefälschter Bankkundenservice sowie Liebesbetrug. Da ist auch das bekannte Schema 'Neffe in Not', bei dem sich der Betrüger als Verwandter in Not ausgibt, das nun mit Hilfe künstlicher Intelligenz neue, überzeugendere Formen annimmt. Alle diese Methoden werden nun in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß durchgeführt.
679 Millionen Dollar eingefroren, schnelle Reaktion ist entscheidend
Es gibt jedoch auch eine positive Nachricht. Das FBI konnte 679 Millionen Dollar gestohlener Gelder einfrieren. Sie betonen, dass für eine erfolgreiche Rückgabe des Geldes eine sofortige Meldung des Betrugs innerhalb weniger Stunden entscheidend ist, nicht Tage. Der Bericht erwähnt auch die italienische Postpolizei, deren Fachkompetenz im Kampf gegen solche Kriminalität auch in den USA anerkannt wird.
Das FBI teilt mit, dass heute leider Misstrauen zur Norm in der Online-Kommunikation geworden ist. Eine perfekt formatierte E-Mail sollte ein Alarmzeichen sein, und eine bekannte Stimme, die um Geld bittet, sollte immer durch einen Anruf bei der Nummer überprüft werden, die bereits im Adressbuch ist, nicht bei der, von der der Anruf kam.
Ehemaliger FBI-Agent gesteht Diebstahl von Kryptowährungen
Am selben Tag, an dem der Bericht veröffentlicht wurde, meldete das US-Fernsehnetzwerk NBC unter Berufung auf seine Quellen, dass der ehemalige FBI-Agent Patrick Yarok den Diebstahl von einer Million Dollar aus Krypto-Wallets im Zusammenhang mit Russland gestanden hat. Dieser Fall unterstreicht zusätzlich die Komplexität des Kampfes gegen hochtechnologische Kriminalität, die zunehmend auch digitale Währungen umfasst.