Die Partei Fokus hat am Donnerstag den Vorschlag von Ministerpräsident Andrej Plenković unterstützt, die administrativen Maßnahmen abzuschaffen, mit denen die Regierung alle 14 Tage die Kraftstoffpreise festlegt. Gleichzeitig fordere man jedoch, diesen Schritt mit der Abschaffung oder einer deutlichen Senkung der Steuern und Verbrauchssteuern auf Kraftstoff zu begleiten, teilte die Partei mit.
Offener Markt statt politischer Entscheidungen
In der Partei Fokus ist man der Ansicht, dass die Kraftstoffpreise nicht von politischen Entscheidungen, Telefonsitzungen und befristeten Verordnungen abhängen sollten. Statt administrativer Steuerung fordere man einen offenen Markt, echten Wettbewerb und klare Regeln für alle Beteiligten, wie die Medien Prigorski und Novi list berichten.
"Wenn der Premierminister es ernst meint mit der Abschaffung der Maßnahmen, nehmen wir diesen Vorschlag an. Aber dann gehen wir bis zum Äußersten: Wir schaffen die administrative Preisbestimmung ab, und der Staat soll auf einen Teil der Steuern und Verbrauchssteuern verzichten, die er heute auf jeden Liter Kraftstoff erhebt", sagte Fokus-Chef Gabrijel Deak.
Zig Cent pro Liter für den Staat
Deak erinnerte daran, dass Bürger und Unternehmer an den Tankstellen nicht nur den Ölpreis und die Händlermarge zahlen, sondern auch hohe Verbrauchssteuern sowie Mehrwertsteuer. "Der Staat nimmt dabei einen großen Teil des Endpreises ein. Die Regierung kann nicht einerseits von Schutz der Bürger sprechen und andererseits pro Liter Kraftstoff zig Cent durch Steuern und Verbrauchssteuern einstreichen", sagte er.
Daher schlägt Fokus vor, die Befugnis der Regierung zur Preissteuerung abzuschaffen, aber auch vorübergehend, solange die Energiepreise hoch sind, die Verbrauchssteuern und Steuern auf Kraftstoff auszusetzen. "Wenn der Moment für einen Test ist, dann testen wir doch, um wie viel billiger der Sprit wäre, wenn der Staat auf einen Teil seiner Einnahmen verzichtet", schloss Deak, dessen Aussage von mehreren Medien verbreitet wird.
Druck auf die Regierung auch von anderer Seite
Am selben Tag meldete sich auch der Verband Glas poduzetnika (UGP) zu Wort, der die Behauptung des Premierministers zurückwies, dass Unternehmer schweigen, während sie geschützt werden, und sich erst melden, wenn sie mehr zahlen sollen. Der UGP betont, dass die Hilfe für die Wirtschaft aus Steuern und Abgaben der Bürger und Unternehmer selbst stammte und nicht aus der Tasche der Regierung, und kündigt einen Herbstprotest an, falls ein echter Dialog über die Steuerbelastung ausbleibt.