García verfällt nach großem Sieg nicht in Euphorie
Hajduk-Trainer Gonzalo García betont nach dem überzeugenden 5:2 in Vilnius gegen Žalgiris, dass der Klub weiterhin in einer schwierigen Lage steckt und es keinen Raum für Nachlässigkeit gibt.
Hajduk-Trainer Gonzalo García betont nach dem überzeugenden 5:2 in Vilnius gegen Žalgiris, dass der Klub weiterhin in einer schwierigen Lage steckt und es keinen Raum für Nachlässigkeit gibt.
Hajduk hat im ersten Spiel der 3. Qualifikationsrunde zur Conference League den litauischen Verein Žalgiris auswärts mit 5:2 deklassiert und sich praktisch schon den Einzug in die Play-offs gesichert. Obwohl man nach einer solchen Vorstellung in den Reihen des Klubs aus Split Euphorie erwarten würde, blieb Trainer Gonzalo García auf dem Boden der Tatsachen.
Der spanische Fachmann ist sich bewusst, dass dies ein dringend benötigter Sieg nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen Pafos und Varaždin war, die den öffentlichen Druck erneut erhöht hatten. Doch anstatt zu feiern, sandte García auf der Pressekonferenz eine ernste Botschaft.
"Wenn man bei Hajduk ein paar Spiele verliert, ist der Druck immer da", sagte García, wie der Dalmatinski Portal berichtet. Er erinnerte auch an eine wichtige statistische Tatsache: "Hajduk hat seit sechs bis sieben Jahren kein Auswärtsspiel in Europa gewonnen. Jetzt haben wir das geschafft, aber es war nicht einfach. Nach etwa 30 Minuten stand es 1:1, und wir hatten auch einen Elfmeter und weitere Chancen. Ich hoffe, dass uns dieser Sieg in der Zukunft etwas bedeuten wird."
Auf die Frage, ob dieser Erfolg bedeute, dass es in Zukunft leichter werde, war der Trainer direkt bis zur Brutalität. "Unsere Zukunft ist schwer. Der Klub steckt in einer schwierigen Situation. Wir arbeiten hart, ich arbeite hier seit 13-14 Monaten verdammt hart. Manchmal allein, manchmal mit Unterstützung, manchmal auch gegen uns. Wir müssen nach vorne drängen, in zwei Tagen wartet ein neues Spiel auf uns. Wir wissen, wenn wir verlieren, wird wieder alles schlecht sein."
Trotz des düsteren Tons hob García hervor, worauf er seine größten Hoffnungen setzt. "Wir haben viele junge Spieler aus der Akademie. Hrgović, Silić, Pukštas, Šego... Die Zukunft existiert", sagte er. Gerade Rokas Pukštas stand im Mittelpunkt, nicht nur wegen seines erzielten Tores, sondern auch wegen der heftigen Reaktionen der litauischen Fans. Laut Medienberichten flogen sogar Gläser, als er traf, wahrscheinlich im Zusammenhang mit seiner Staatsbürgerschaft und der Entscheidung, für die USA und nicht für Litauen zu spielen.
García verriet, dass er mit dem jungen Mittelfeldspieler gesprochen hat: "Rokas ist von hier, ich kann verstehen, dass sie erwarten, dass er für Litauen spielt. Er sagte, dass er nicht darüber nachdenkt, was gut ist, weil er noch arbeiten muss. Ich habe mit ihm gesprochen, er wird ein paar Stunden mit seiner Familie verbringen. Er liebt diese Stadt, dieses Land. Wir werden sehen, was in der Zukunft passiert."
"Als ich kam, spielte er nicht viel. Für mich hat er großes Talent und arbeitet wirklich viel, manchmal muss man ihn sogar bremsen, damit er nicht so viel trainiert. Er arbeitet an seinem linken Fuß. Er hat genetische Veranlagungen, seine Eltern waren Leichtathleten. Ich denke, er hat noch Raum für Verbesserungen. Letzte Saison war er statistisch gesehen der Beste. Ich hoffe, wenn er bei uns bleibt, wird er weiter wachsen. Er ist wirklich ein 'Tier'", beschrieb García Pukštas.
Der Hajduk-Trainer äußerte sich auch zum Untergrund in Vilnius und vertrat dabei eine etwas unerwartete Meinung. "Wir haben gestern auf dem Platz trainiert. Persönlich mag ich Kunstrasen lieber als Naturrasen, wenn dieser schlecht ist. Wenn man Fußball spielen will, geht es schneller und es ist besser, wenn der Ball schnell läuft, als dass er überall abprallt. Ich bin glücklich mit den Spielern, sie singen und tanzen in der Kabine, das ist das Wichtigste", schloss er.
Das Rückspiel auf Poljud sollte eigentlich nur noch eine Formalität sein, doch nach Garcías Worten zu urteilen, gibt es bei Hajduk auch nach diesem überzeugenden Auswärtssieg keinen Raum für Nachlässigkeit.