Garcia nach dem Sieg in Vilnius: 'Ich arbeite hier seit 13, 14 Monaten verdammt hart'
Hajduks Trainer ruft vor der entscheidenden Woche mit Spielen gegen Istra und Žalgiris zu Geduld und Verständnis auf.
Hajduks Trainer ruft vor der entscheidenden Woche mit Spielen gegen Istra und Žalgiris zu Geduld und Verständnis auf.
Nachdem Hajduk in Vilnius überzeugend gewonnen und sich für die Playoffs der Conference League qualifiziert hatte, wollte Trainer Gonzalo Garcia nicht über die schönen Dinge sprechen. Auf die direkte Frage eines Journalisten nach der Zukunft der Mannschaft antwortete er brutal ehrlich.
"Unsere Zukunft ist schwer. Der Verein befindet sich in einer schwierigen Situation. Wir arbeiten hart, ich arbeite hier seit 13, 14 Monaten verdammt hart...", erklärte Garcia.
Der Trainer ging auch auf das Missfallen von den Rängen ein. Bei den letzten beiden Heimspielen gegen Žilina und Pafos wurde er bei seiner Vorstellung ausgepfiffen. Garcia hat dafür Verständnis, versucht aber weiterhin, seine Entscheidungen rational zu erklären, insbesondere die umstrittenste, Marko Livaja auf der Bank zu lassen und Michele Šego in die Spitze zu stellen.
Die Statistik spricht jedoch für seine Entscheidungen. Die Daten zeigen, dass Hajduk mit Šego als erstem Stürmer genauso viele Punkte holt wie in der Zeit, als Livaja unter jedem vorherigen Trainer die zentrale Figur im Angriff war. Garcia sieht Livaja als mächtigen "Joker von der Bank", eine Waffe, die ein Spiel entscheiden kann, doch ein Teil der Fans akzeptiert das nicht.
Der Trainer versucht, aus der Mannschaft Spieler herauszuholen, die herausstechen. In Vilnius war das Marin Šotiček, dessen Leistung die Frage nach einer Kaufoption von Basel aufwirft. Zuvor waren es Michele Šego, Dalisson de Almeida und leider der verletzte Roko Brajković.
Die finanzielle Situation des Vereins ist schwierig und diktiert jeden Schritt. Abgänge sind unvermeidlich. Der Verein hofft, im Laufe dieses oder des nächsten Monats das Potenzial von Rokas Pukštas oder Niko Sigur zu Geld zu machen. Bereits verkauft wurden Luka Vušković, Dominik Prpić und Branimir Mlačić, was rund 20 Millionen Euro in die Kasse spülte, aber auch eine große Lücke in der Abwehr hinterließ. Garcia ist sich bewusst, dass Spieler wie Alec van Hoorenbeeck und Ron Racio billigere Lösungen sind, von denen man nicht über Nacht Perfektion erwarten kann.
Sportdirektor Robert Graf verdient laut Einschätzung von Dalmacija News auf Basis einer Stichprobe von sechs Spielen eine positive Bewertung. Die Verpflichtung von Dalisson de Almeida auf Leihbasis und Mathieu Acapandie hat den Wettbewerb verstärkt, und es scheint, dass auch Anđelo Šutalo ein wertvoller Spieler werden könnte. "Es scheint, dass aus der Mannschaft 'im Wiederaufbau' 'etwas werden könnte'", heißt es in der Analyse.
Der Vereinspräsident Ivan Bilić stellte sich bereits vor einigen Monaten schützend vor seinen Trainer mit der Botschaft: "Fasst mir meinen Trainer nicht an." Trotzdem lässt der Druck auf ihn und Garcia nicht nach. Vor dem Sonntagsspiel gegen Istra 1961 und dem Rückspiel gegen Žalgiris auf dem Poljud am nächsten Donnerstag wird ein klarer Appell ausgesprochen: "Wenn ihr ihm nicht applaudieren wollt, dann pfeift ihn wenigstens nicht aus!"