Am heutigen Tag, dem 4. August 2026, wird der 31. Jahrestag des Beginns der militärisch-polizeilichen Operation "Sturm" begangen. Aus diesem Anlass teilte Vesna Škare Ožbolt, die 1995 das Amt der Leiterin des Büros des Präsidenten der Republik Franjo Tuđman innehatte, in den sozialen Medien ein detailliertes Zeugnis über die Atmosphäre an der Spitze der Macht an diesem historischen Morgen.
Ihre Erinnerung bringt bisher weniger bekannte Details über die Rolle von General Ivan Tolj, der als Sprecher der Operation eine ständige Verbindung zwischen dem Schlachtfeld und der Staatsführung war. "Alle paar Stunden erschien General Ivan Tolj an der Tür des Büros. Als Sprecher der Operation berichtete General Tolj Präsident Tuđman direkt über die Ereignisse vor Ort", schrieb Škare Ožbolt.
Fokussierte Atmosphäre im Präsidentenbüro
Während Nachrichten über den Beginn der Operation aus Richtung Knin, Gračac und Petrinja eintrafen, war die Atmosphäre im Präsidentenbüro in Zagreb äußerst fokussiert. Gleichzeitig wurden im kroatischen Radio und Fernsehen alle halbe Stunde die Worte von Präsident Tuđman wiederholt, der die Bürger serbischer Nationalität aufrief, in ihren Häusern zu bleiben, und den Mitgliedern paramilitärischer Einheiten Amnestie für den Fall der Waffenübergabe zusicherte.
Der internationale Druck auf Kroatien wuchs von Stunde zu Stunde. Hrvoje Šarinić informierte bereits um drei Uhr morgens den Sondergesandten der UN, Yasushi Akashi, über den Beginn der Operation. In der Zwischenzeit trafen im Präsidentenbüro Informationen über die Treffen von Slobodan Milošević mit Friedensvermittlern sowie über die Entscheidung des Obersten Verteidigungsrates der RSK zur massiven Evakuierung der Zivilbevölkerung aus Norddalmatien und der Lika ein.
Entschlossene Botschaft an die Welt am Mittag
Trotz scharfer Proteste der Europäischen Union und des UN-Sicherheitsrates sowie Drohungen mit dem Abbruch der Verhandlungen wich Kroatien nicht von seinem Ziel ab. Um genau 12:00 Uhr trat General Ivan Tolj vor die Journalisten zu einer Pressekonferenz. "Mit seiner charakteristischen ruhigen, aber entschlossenen Haltung informierte er die einheimische und internationale Öffentlichkeit über den Verlauf des Vormarsches der kroatischen Streitkräfte. Er machte deutlich, dass Kroatien dem Druck nicht nachgibt und dass das Ziel der Operation die endgültige befreiende Reintegration ist", betonte Škare Ožbolt in ihrem Beitrag.
General Tolj setzte auch in den Tagen nach dem 4. August regelmäßig Pressekonferenzen fort und berichtete über den Fortschritt der kroatischen Armee. Für viele Bürger wurde er geradezu zum bekannten Gesicht und zur Stimme der Operation "Sturm".