Alphabets Google gab am 31. Juli 2026 bekannt, dass es die Funktion zur KI-Bildgenerierung, die es am Vortag in Google Earth eingeführt hatte, zurückzieht. Die Entscheidung fiel, nachdem Nutzer begannen, Screenshots generierter Bilder zu teilen, die gegen die Unternehmensrichtlinien verstoßen, berichtet der Straits Times unter Berufung auf Reuters.
Missbrauch des Tools und irreführende Inhalte
Die Funktion, die von Googles KI-Modell Nano Banana 2 angetrieben wurde, war für Profis gedacht und ermöglichte es Nutzern, durch Eingabe einer Textabfrage fotorealistische Bilder auf Basis von Satelliten-, Luft- und 3D-Aufnahmen von Google Earth zu generieren. Doch kurz nach dem Start kursierten im Internet beunruhigende Kreationen. Laut der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN fügten Nutzer den Karten "Tonnen von Wahnsinn" hinzu: ein Flugzeug aus den Anschlägen vom 11. September 2001 neben einem Wolkenkratzer, nicht existierende Explosionskrater neben Sehenswürdigkeiten und erfundene Proteste.
Google räumte das Problem über X (ehemals Twitter) ein. "Wir haben Geodäsie-Experten gesehen, die diese Funktion für eine Reihe nützlicher Zwecke nutzen, aber wir haben auch Menschen gesehen, die Screenshots generierter Bilder teilen, die gegen unsere Richtlinien zu verstoßen scheinen", teilte das Unternehmen dem Straits Times mit und fügte hinzu, dass man die Funktion pausiere, während man an robusteren Schutzmechanismen arbeite. UNIAN berichtet, dass Google eingeräumt habe, dass solche Bilder das Vertrauen in den Dienst als zuverlässige Informationsquelle über die Welt untergraben. Google präzisierte nicht, welche Arten von Bildern genau gegen die Richtlinien verstoßen haben, betonte jedoch, dass diese nicht in der Hauptansicht von Google Earth erschienen und mit einem Wasserzeichen als KI-generierter Inhalt gekennzeichnet waren.
Breitere Herausforderungen bei der KI-Integration
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Technologiegiganten beeilen sich, KI-Tools in ihre Produkte zu integrieren, sind jedoch oft gezwungen, Funktionen anzupassen, einzuschränken oder vorübergehend zu deaktivieren, aufgrund von Missbrauch und Bedenken hinsichtlich Fehlinformationen. Der Straits Times erinnert daran, dass Meta Anfang Juli 2026 seine KI-Funktion Muse Image abgeschaltet hat, die es Nutzern ermöglichte, Bilder über öffentliche Instagram-Konten zu generieren. Dieser Schritt erfolgte nach weit verbreiteter Kritik, einschließlich der des Hollywood-Gewerkschaftsbunds, wegen Datenschutzbedenken.
Am selben Tag, an dem der Rückzug des Earth-Tools bekannt gegeben wurde, kündigte Google auf seinen Kanälen auch eine Reihe weiterer KI-Updates an. Der KI-Agent Gemini Spark wurde für Abonnenten des Google AI Pro-Dienstes außerhalb der USA eingeführt, bald auch für die in den USA. Spark ist als persönlicher Assistent konzipiert, der rund um die Uhr im Hintergrund arbeitet. Außerdem wurde ein Gespräch mit dem Google DeepMind Robotics-Team über das neueste Modell Gemini Robotics 2 veröffentlicht, sowie ein monatliches Update Gemini Drops mit neuen Funktionen für Desktop und mobile Geräte.
Obwohl die Nachricht keinen direkten Bezug zu Kroatien hat, veranschaulicht sie global die Herausforderungen, denen Technologieunternehmen bei der Implementierung generativer KI-Technologie gegenüberstehen, insbesondere wenn es um die Wahrung des Vertrauens in Dienste geht, die als zuverlässige Informationsquellen über die Welt gelten.