Bargeld und Sportlegende verbunden durch die Liebe zum Fisch
Bei der letzten Verabschiedung von Mislav Bezmalinović in Split kam eine unerwartete Verbindung zwischen dem pensionierten General und dem gefeierten Wasserballspieler zum Ausdruck.
Bei der letzten Verabschiedung von Mislav Bezmalinović in Split kam eine unerwartete Verbindung zwischen dem pensionierten General und dem gefeierten Wasserballspieler zum Ausdruck.
Während dieser Tage der 31. Jahrestag der militärisch-polizeilichen Aktion Oluja begangen wird, wurde auch der Abwesenheit des pensionierten Generals Ante Gotovina von der zentralen Feier in Knin große Aufmerksamkeit geschenkt. Doch fernab politischer Spekulationen brachte diese Woche auch eine Geschichte über eine weniger bekannte Seite im Leben des Generals hervor, seine unternehmerische Seite, die ihn mit einer wahren Legende des kroatischen Sports verband.
Nach den Kriegsjahren wandte sich Gotovina der Aufzucht, Verarbeitung und dem Verkauf von Fisch zu, und genau dieses Geschäft war der Faden, der ihn mit dem berühmten Wasserballspieler Mislav Bezmalinović verband. Bezmalinović, der vor zwei Jahren im August im Alter von 58 Jahren verstarb, war Geschäftsführer der Firma Sardina aus Postira, bekannt für Fischverarbeitung und erfolgreichen Export. Die Liebe zum Fisch und zum Unternehmertum verband diese beiden scheinbar unterschiedlichen Welten, und diese Verbindung wurde der Öffentlichkeit bei der letzten Verabschiedung des Wasserball-Asses auf dem Friedhof Lovrinac in Split sichtbar.
Bei der Gedenkfeier vor zwei Jahren im August fand sich Gotovina in Gesellschaft zahlreicher bekannter Kroaten wieder, die gekommen waren, um Bezmalinović die letzte Ehre zu erweisen. Unter ihnen waren auch der kroatische Nationaltrainer Slaven Bilić, Hajduk-Legende und ehemaliger Nationalspieler Zoran Vulić sowie eine ganze Reihe von Wasserball-Legenden wie Perica Bukić. Besondere Rollen bei der Verabschiedung hatten Tomislav Paškvalin, Sportberater von Präsident Zoran Milanović, und Josip Pavić, Staatssekretär für Sport im Ministerium für Tourismus und Sport. Auch der Minister für Tourismus und Sport, Tonči Glavina, kam, um seinen Respekt zu erweisen.
Die Größe von Mislav Bezmalinović hallte in den Worten seiner engsten Mitarbeiter und Freunde wider. Mladen Drnasin, Präsident des Kroatischen Wasserballverbands und des Wasserballclubs Jadran, betonte bei der Gedenkfeier in Split die Tiefe ihrer Beziehung.
"Wir waren Teamkollegen, Freunde, wir haben gemeinsam im Club gearbeitet, jeder führte sein eigenes Unternehmen, wir verkehrten familiär und respektierten uns. Lieber Mislav, du wirst uns sehr fehlen. Im Namen aller Jadran-Mitglieder, der kroatischen Wasserballer und persönlich: letzten Gruß, und deiner lieben Familie unser Beileid und Respekt", sagte Drnasin.
Besonders bewegend war sein langjähriger Teamkollege vom Splitter Jadran, der legendäre Torhüter Renco Posinković. Er offenbarte, wie sehr ihn der Verlust getroffen hat und wie viel Bezmalinović allen um ihn herum bedeutet hat.
"Seit Samstag schlafe ich nicht. Es fällt mir immer noch schwer, mich zu fassen. Nicht einmal im Traum hätte ich mir vorstellen können, dass ausgerechnet ich mich für immer von ihm verabschieden muss. Mislav war mehr als ein Teamkollege und Kapitän, er war ein Freund, ein Bruder durch die Kappe, den Club, die Nationalmannschaft, die Medaillen", sagte Posinković.
Er fügte hinzu, dass Bezmalinovićs Einfluss unermesslich war: "Er war ein Anführer, er war mehr als ein Sportler, er gab allem eine besondere, persönliche Note, auch uns. Mislav, auch wir wären nicht die Menschen, die wir heute sind, ohne dich. Kapitän, du bleibst in den Herzen aller Jadran-Mitglieder, Wasserballer, besonders der Olympioniken."
Mislav Bezmalinović hinterließ zahlreiche Trophäen. Als Nationalspieler des ehemaligen Staates gewann er 1988 in Seoul olympisches Gold und wurde Anfang 1991 im australischen Perth Weltmeister. Den Höhepunkt seiner Vereinskarriere erlebte er im unabhängigen Kroatien, als er mit Jadran zwei aufeinanderfolgende Europameistertitel 1992 und 1993 gewann. Nach dem Sport wechselte er erfolgreich ins Unternehmertum, wo ihn das Geschäft mit Fisch, genau wie General Gotovina, weiterhin erfüllte.