Die Fußballöffentlichkeit stellt zu Recht unangenehme Fragen, nachdem Hajduk die neue HNL-Saison mit einer Niederlage in Varaždin (1:2) eröffnet hat. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Mannschaft von Poljud, die am Donnerstag ebenfalls ein Europapokalspiel bestritten hatte, völlig erschöpft wirkte, während Varaždin mit einem fünfmal kleineren Gehaltsbudget frischer lief und verdient feierte.
Laut Finanzberichten gab Hajduk im Jahr 2025 12,95 Millionen Euro für Spielergehälter aus, während Varaždins Budget für denselben Posten nur 2,37 Millionen Euro betrug. Dieser enorme Unterschied war auf dem Platz nicht annähernd zu sehen, was die Zweifel an Qualität und Breite des Kaders aus Split weiter verstärkt.
Auswärtskollaps und mangelnde Qualität
Nach fünf gespielten Spielen in der neuen Saison hat Hajduk eine Bilanz von zwei Siegen und drei Niederlagen. Beide Siege wurden auf Poljud erzielt, während alle drei Auswärtsspiele mit Niederlagen endeten. Besonders schmerzhaft war die europäische Eliminierung gegen Pafos (0:4) in Limassol, die tiefe Spuren bei der Mannschaft hinterlassen hat.
Laut Slobodna Dalmacija ist das Problem nicht nur die aktuelle Müdigkeit. "Die Formel dieser Mannschaft sind junge Spieler plus ausländische Zweitliga-Verstärkungen plus einige Veteranen. Das Ergebnis ist eine Mannschaft, die in allen drei Auswärtsspielen dieser Saison völlig verloren wirkte." Der Verein kämpft mit einem chronischen Mangel an Qualität und Siegermentalität, was sich besonders in zahlreichen unforced errors auswärts zeigt.
Šafarićs Dominanz über Garcia
Interessant ist, dass Varaždins Trainer Nikola Šafarić in neun direkten Duellen gegen die Mannschaft von Gonzalo Garcia (noch aus der Zeit, als dieser Istra 1961 trainierte) drei Siege errungen hat, während der aktuelle Hajduk-Trainer nur einmal gewann. Diese Statistik unterstreicht die taktische Unterlegenheit der Mannschaft aus Split in diesem Duell, trotz aller finanziellen Vorteile.
Wo ist die Rendite für die Investition?
Slobodna Dalmacija stellt die Schlüsselfrage: Ist das fünffache Spielerbudget nur eine Position mehr in der Meisterschaft und eine Qualifikationsrunde mehr in Europa wert? Hajduk beendete die letzte Saison als Zweiter mit 14 Punkten Vorsprung auf den Drittplatzierten Varaždin und schied in der Conference League in der 3. Qualifikationsrunde gegen Dinamo City aus Albanien aus. Varaždin wurde in der 2. Runde von Santa Clara aus Portugal eliminiert.
Sportdirektor Robert Graf sucht laut Quellen mit leerem Konto nach Verstärkungen in Europa, während Trainer Garcia nach neuen Spielern verlangt, nachdem die halbe Rückgrat der letztjährigen Mannschaft den Verein verlassen hat. In Situationen, in denen das Spieltempo geändert werden muss, bleiben auf der Bank Spieler wie Brruti sowie die Talente Hodak und Huram.
Was macht Bilić?
Immer lauter werden auch Fragen an den Vereinspräsidenten Ivan Bilić, der seit mehr als zwei Jahren an der Spitze von Hajduk steht. Seit seiner Ankunft wird kontinuierlich über finanzielle Probleme gesprochen, die Qualität der Mannschaft sinkt, ebenso die realistischen Ambitionen. In seiner Amtszeit wurde auch ausgegeben, und es handelt sich nicht nur um das geerbte Budget von Ex-Präsident Lukša Jakobušić.
Jutarnji list betont, dass Hajduk Schläge drohen, von denen man sich nicht so schnell erholen wird, und Trainer Garcia dringend eine Lösung für mindestens zwei brennende Probleme vor dem nächsten Spiel finden muss.
Žalgiris steht bevor
Hajduk gastiert bereits am Donnerstag, dem 6. August 2026, in Litauen bei Žalgiris in der 3. Qualifikationsrunde der Conference League. Der Gastgeber ist ausgeruht und vollständig bereit für dieses Duell, da er das Stadtderby gegen Kauno Žalgiris verschoben hat, um sich ganz den Spielern aus Split zu widmen. Angesichts des aktuellen Zustands in der Kabine und auf dem Platz erwartet die Weißen ein äußerst schwieriges Auswärtsspiel.