HALMED: Novynette birgt erhöhtes Risiko für Hirntumore
Schätzungen zufolge kann bei etwa einer von 67.300 mit Desogestrel behandelten Frauen ein zusätzlicher Meningeom-Fall auftreten.
Schätzungen zufolge kann bei etwa einer von 67.300 mit Desogestrel behandelten Frauen ein zusätzlicher Meningeom-Fall auftreten.
Die Kroatische Agentur für Arzneimittel und Medizinprodukte (HALMED) und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) haben am 7. August 2026 ein Schreiben an medizinisches Fachpersonal gerichtet, in dem sie vor dem Zusammenhang zwischen Desogestrel oder Etonogestrel enthaltenden Verhütungsmitteln und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Meningeomen, Tumoren der Hirnhäute, warnen. Die Warnung bezieht sich direkt auf das Medikament Novynette, das derzeit einzige derartige Präparat, das in der Republik Kroatien zugelassen ist.
Das Schreiben wurde in Zusammenarbeit mit dem Zulassungsinhaber, der Firma Gedeon Richter Plc., verfasst und betrifft Arzneimittel, die zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden, entweder allein oder in Kombination mit Ethinylestradiol. In Kroatien ist ausschließlich das Medikament Novynette in einer Dosierung von 0,020 mg Ethinylestradiol und 0,150 mg Desogestrel zugelassen, während Arzneimittel mit Etonogestrel derzeit nicht auf dem Markt sind.
Nach den in der Warnung angegebenen Schätzungen wird das Risiko als gering, aber statistisch erhöht beschrieben. Schätzungen zufolge kann bei etwa einer von 67.300 mit Desogestrel behandelten Frauen ein zusätzlicher Meningeom-Fall auftreten. Das erhöhte Risiko wird mit einer Anwendungsdauer von einem Jahr oder länger in Verbindung gebracht.
Aufgrund dieser Erkenntnisse ist die Anwendung von Desogestrel oder Etonogestrel nun ausdrücklich kontraindiziert bei Frauen, bei denen ein Meningeom diagnostiziert wurde oder die in der Krankengeschichte ein Meningeom hatten. Ärzten wird empfohlen, Frauen, die diese Arzneimittel anwenden, regelmäßig auf mögliche Anzeichen und Symptome zu überwachen, die auf einen Tumor der Hirnhäute hindeuten könnten.
Die Warnung hebt besonders hervor, dass das Risiko bei Frauen, die zuvor bestimmte Arten von Gestagenen angewendet haben, für die bereits ein Zusammenhang mit Meningeomen festgestellt wurde, zusätzlich erhöht sein kann. Dazu gehören Cyproteron, Nomegestrol, Medroxyprogesteron und Chlormadinon. Daher wird Ärzten empfohlen, vor der Verschreibung von Arzneimitteln mit Desogestrel oder Etonogestrel die gesamte Hormontherapie-Vorgeschichte der Patientin zu berücksichtigen.
Falls während der Anwendung des Arzneimittels ein Meningeom diagnostiziert wird, muss die Therapie sofort abgebrochen werden. HALMED und EMA erinnern außerdem alle medizinischen Fachkräfte an ihre gesetzliche Verpflichtung, jede Nebenwirkung des Arzneimittels sowie Qualitätsmängel zu melden. Patientinnen, die Nebenwirkungen bemerken, können diese direkt bei HALMED melden, es wird jedoch empfohlen, sich bei gesundheitlichen Veränderungen zunächst an ihren Arzt oder Apotheker zu wenden, um über die weitere Fortsetzung der Therapie zu beraten.