Die Staatsanwaltschaft in Zagreb unternimmt Schritte, um festzustellen, ob ein begründeter Verdacht auf eine Straftat besteht, während gleichzeitig, auf ausdrückliches Ersuchen derselben zivilen Behörden, das kirchliche Strafverfahren gegen den Priester der Diözese Požega, I. Ž., vollständig ruht. Die Kroatische Bischofskonferenz (HBK) nutzte den Mittwoch, um einen Teil der Medienberichte zu dementieren und zu erklären, dass die Glaubenskongregation weder ein endgültiges Urteil über die Schuld gefällt noch eine Strafe verhängt habe.
"Vor allem ist die Behauptung nicht korrekt, dass die Glaubenskongregation die Schuld des Priesters festgestellt und seine Bestrafung angeordnet hat", teilte die HBK mit und fügte hinzu, dass die zuständige Kongregation lediglich die Durchführung eines kanonischen Strafverfahrens angeordnet habe. Über eine eventuelle strafrechtliche Verantwortung werde im Verfahren selbst entschieden, nicht vor dessen Beginn.
Martinović, nicht Kutleša
Die Bischofskonferenz wies auch die Behauptungen zurück, dass der Zagreber Erzbischof Dražen Kutleša die Beamten für die Verfahrensführung ernannt habe, und stellte klar, dass dafür ausschließlich der Bischof von Požega, Ivo Martinović, zuständig sei, da I. Ž. Priester genau dieser Diözese ist. Das kanonische Verfahren selbst ruht jedoch derzeit.
"Nachdem die kirchlichen Stellen die zuständigen zivilen Behörden über den Fall informiert hatten, wurde das kanonische Strafverfahren auf deren ausdrückliches Ersuchen vorübergehend bis zum Abschluss der zivilen Ermittlungen ausgesetzt", erklärte die HBK mit der Begründung, dass das Ziel darin bestehe, eine Gefährdung oder Kompromittierung der von staatlichen Stellen durchgeführten Ermittlungen zu verhindern.
Erst nach medialer Explosion abgelöst
Obwohl die HBK nicht bestritt, bereits früher Informationen über diesen Fall gehabt zu haben, wurde der Priester erst nach Bekanntwerden der Geschichte in den Medien von seinem Amt als Pfarrer entfernt. Die Konferenz betont nun, dass sie ihn, sobald sie konkrete Informationen über eine mögliche Straftat erhalten habe, "unverzüglich aller Dienste und Funktionen innerhalb der Gremien und Ämter der Konferenz enthoben" und die gesamte Dokumentation den staatlichen Stellen übergeben habe.
Dabei betonte sie, dass Entscheidungen über den Status des Priesters in seiner Heimatdiözese nicht in die Zuständigkeit der HBK fallen, sondern ausschließlich in die des Diözesanbischofs. Auf Anfragen des Novi list zu diesem Fall antworteten weder der Bischof von Požega, Ivo Martinović, noch sein Vorgänger, der emeritierte Bischof Antun Škvorčević.
Ein Jahrzehnt des Missbrauchs und eine Meldung aus Wien
Nach früheren Berichten von Dnevnik.hr begann I. Ž. vor mehr als 25 Jahren, einen damals 16-jährigen Schüler des interdiözesanen Seminars an der Šalata in Zagreb sexuell zu missbrauchen; der Missbrauch erstreckte sich über etwa zehn Jahre. Das Opfer sprach während seines Studiums in Wien darüber, und der damalige Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, soll bereits 2018 die kroatischen Bischöfe über diese Vorwürfe informiert haben.
Dnevnik.hr berichtete außerdem, dass der Vatikan von 2024 bis 2025 eine Untersuchung des Falls durchgeführt habe und die Ergebnisse sowie Anweisungen für das weitere Vorgehen im April an die HBK gesendet worden seien. Doch während die zivilen Ermittlungen laufen, bleibt das kirchliche Verfahren auf Eis, und mit ihm jede Entscheidung über die Verantwortung.