Während der kroatische Nationalmannschaftskapitän Luka Modrić in diesen Tagen bei den Vorbereitungen von Milan im australischen Perth einen warmen Empfang und Gesänge der Fans genoss, erlebte sein deutlich jüngerer Landsmann Fran Tomek eine völlig andere fußballerische Realität. Der 24-jährige Mittelfeldspieler, ehemaliger Spieler von Dinamo, wurde zum Ziel von Beleidigungen und Drohungen durch einen Teil der Fans seines eigenen Vereins, des slowenischen Erstligisten NK Koper.
Vorfall mit nationaler Dimension
Die Spannungen bei Koper, das nach dem unerwarteten Ausscheiden aus Europa auf den Färöer-Inseln und einem bescheidenen Unentschieden gegen Brinje aus Grosuplje in eine Ergebniskrise geraten war, erreichten während des letzten Meisterschaftsspiels ihren Höhepunkt. Tomek wandte sich über Instagram an die Öffentlichkeit und beschrieb, was er erlebt hatte. "Gestern habe ich etwas erlebt, das nichts mit Fußball zu tun hat", begann er seinen Beitrag.
Der kroatische Fußballer, der seit zwei Spielzeiten das Trikot von Koper trägt, enthüllte, dass Mitglieder der Fangruppe Tifozi ihn aufgrund seiner Nationalität beleidigt hatten. "Unsere 'Fans' haben mich aufgrund meiner Nationalität beleidigt. Sie nannten mich Ustascha und beleidigten meine Familie. Zudem erhielt ich auch bestimmte Drohungen", schrieb Tomek. Er betonte, dass schlechte Ergebnisse niemals ein Grund für Hassreden und Drohungen sein dürfen, und unterstrich, dass er in den letzten zwei Jahren immer sein Maximum gegeben habe, unabhängig von Problemen und verschiedenen Verletzungen.
Klare Botschaft: Kritik ja, Hass nein
Tomek zog in seinem Beitrag eine klare Grenze zwischen sportlicher Kritik und dem, was er erlebt hatte. "Jede Kritik ist immer willkommen, aber im Fußball gibt es keinen Platz für Hass und Drohungen", sagte er. Der Vorfall überschattete die sportliche Seite der Geschichte, und Koper, das sich derzeit auf dem vierten Platz der slowenischen Ersten Liga befindet, muss diese ernste Angelegenheit vor der nächsten Herausforderung klären. Eine neue Gelegenheit, aus der Krise zu kommen, bietet sich am Sonntag beim anspruchsvollen Auswärtsspiel bei Maribor.
Modrićs australische Begeisterung
Auf der anderen Seite der Welt war das Bild des kroatischen Fußballs diametral entgegengesetzt. Luka Modrić, der sich Milan bei den Vorbereitungen in Perth angeschlossen hatte, sorgte für großes Interesse, besonders unter der zahlreichen kroatischen Diaspora. Während einer Vereinsveranstaltung, nachdem er erklärt hatte, wie sehr er sich auf das Treffen mit Kroaten in Australien freue, erschallte im Saal das Skandieren "Luka, Luka!", gefolgt von dem Lied "Zovi, samo zovi!". Modrić quittierte alles mit einem Lächeln und antwortete kurz: "Bravo, bravo!"