Mit der Niederlegung von Kränzen und dem Anzünden von Kerzen wurde am 4. August 2026 in Kroatisch Dubica der 31. Jahrestag der Befreiung in der militärisch-polizeilichen Operation "Oluja" begangen. Dieser Ort, die erste befreite Gemeinde in der Gespanschaft Sisak-Moslavina, gedachte seiner gefallenen Einwohner und kroatischen Verteidiger, deren Namen in das Denkmal eingraviert sind.
Der Vizepremier und Minister für kroatische Verteidiger Tomo Medved betonte das Ausmaß des Opfers dieser Region. "Aus dem Gebiet von Kroatisch Dubica sind 137 Leben in die Grundfesten des unabhängigen und souveränen Kroatien eingewoben, und 39 Namen, die in diesen Stein eingraviert sind, sind kroatische Verteidiger, die Kroatisch Dubica verteidigt und in den militärisch-polizeilichen Operationen 'Oluja' befreit haben", erklärte Medved.
Kriegsgeschichten, die nicht verblassen
Die Gedenkfeier war eine Gelegenheit, sich an dramatische Momente zu Beginn der Oluja zu erinnern. Der ehemalige Gemeindevorsteher Željko Tomašić beschrieb die Überquerung der Save, die den Feind unvorbereitet traf. "Mich überläuft es noch heute. Man hätte diesen Morgen sehen müssen, wie wir mit den Booten im Nebel verschwanden. Die andere Seite hat nicht einmal bemerkt, dass wir vorbeigekommen sind. Als wir drüben waren, brach der 'Kampf' aus", sagte Tomašić.
Zlatko Kramarić, Einsatzleiter des Sammelgebiets Bjelovar, erinnerte sich an eine Szene, die wie aus einem Film wirkte. "Es war wie in Kriegsfilmen, Menschen steigen in Boote, die Save ist breit, Dunst. Sie rudern leise auf die andere Seite, während andere über die Eisenbahnbrücke gehen. Es war ziemlich stressig", sagte Kramarić.
Jahre des Wartens und ungefundene Angehörige
Hinter jeder Zahl stehen persönliche Tragödien. Ankica Krajči, die 1991 als Sechzehnjährige floh, sucht noch immer nach ihrem Vater. "Ich war damals 16 Jahre alt, als ich floh und Papa blieb. Ich habe ihn zum letzten Mal am 13. September 1991 gesehen. Wir haben immer gehofft, ihn irgendwo zu finden, um ihn zu bestatten, aber nichts davon", erklärte Krajči.
Eine ähnliche Qual erlebte Ljiljana Šuštić, Witwe eines gefallenen Verteidigers. Ihr Ehemann wurde 1991 getötet, doch die Familie konnte ihn erst nach der Befreiung würdig bestatten. "Wir haben meinen Mann vier Jahre lang nicht bestattet. Erst nach vier Jahren, als das Gebiet befreit war, fanden wir die Knochen. Er wurde 1995 beigesetzt, starb aber 1991", sagte Šuštić.
Die Einwohner von Kroatisch Dubica betonen, dass ihr Ort erst dann vollständig befreit sein wird, wenn die Leichen aller gefunden werden, die ihr Leben dafür gegeben haben, berichtet HRT.