Die kroatische Industrie steht vor einem erheblichen Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Laut Daten des Kroatischen Statistikamtes (DZS) lag die Gesamtzahl der Beschäftigten in diesem Sektor im Juni 2026 um 5,3 Prozent niedriger als im gleichen Monat des Vorjahres. Im Monatsvergleich stieg die Zahl der Beschäftigten im Juni gegenüber Mai um bescheidene 0,2 Prozent.
Die Daten für die ersten sechs Monate des Jahres 2026 bestätigen den negativen Trend. In diesem Zeitraum sank die Zahl der Beschäftigten in der Industrie um 5,4 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025.
Verarbeitende Industrie am stärksten betroffen
Innerhalb der Industrie spielt die verarbeitende Industrie eine dominante Rolle und macht fast 92 Prozent der Gesamtbeschäftigung aus. Genau hier wurde mit sechs Prozent der stärkste jährliche Beschäftigungsrückgang verzeichnet. Im Monatsvergleich wurde jedoch ein leichter Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber Mai registriert.
Ein detaillierterer Blick zeigt, wo die Arbeitsplatzverluste am dramatischsten sind. In der Bekleidungsproduktion sank die Zahl der Beschäftigten im Jahresvergleich um 30,8 Prozent. Es folgt die Möbelproduktion mit einem Rückgang von 19,4 Prozent und die Herstellung sonstiger Fahrzeuge, die 17,5 Prozent ihrer Arbeitskräfte verlor.
Lichtblicke in der Automobilindustrie und im Energiesektor
Entgegen den negativen Trends verzeichnen einige Industriezweige ein Beschäftigungswachstum. Im Bereich der verarbeitenden Industrie wurde der größte jährliche Anstieg bei der Herstellung von Kraftwagen, Anhängern und Sattelanhängern erzielt, wo die Beschäftigtenzahl um 11,1 Prozent zunahm.
Andere Sektoren zeigen ebenfalls positive Entwicklungen im Vergleich zum Juni 2025. Die Zahl der Beschäftigten in der Energieversorgung (Strom, Gas, Dampf und Klimatisierung), einem Sektor, der 6,1 Prozent der gesamten Industriearbeitskräfte ausmacht, stieg um 2,6 Prozent. Der Bergbau und die Gewinnung von Steinen und Erden, mit einem Anteil von etwas mehr als zwei Prozent an der Gesamtbeschäftigung der Industrie, verzeichnete ein Wachstum von 1,5 Prozent. Im Monatsvergleich verzeichnete der Bergbau jedoch einen Rückgang von 0,5 Prozent, während der Energiesektor um 0,1 Prozent zunahm.
Produktivitätssteigerung trotz Arbeitskräftemangel
Interessanterweise ist trotz des Rückgangs der Beschäftigtenzahl die Gesamtarbeitsproduktivität in der Industrie gestiegen. Im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 lag sie um sechs Prozent höher als im gleichen Zeitraum 2025. Diese Zahl deutet darauf hin, dass es den Unternehmen gelingt, die Produktion mit weniger Arbeitskräften aufrechtzuerhalten oder zu steigern, wahrscheinlich dank Automatisierung und Prozessoptimierung.