In den sozialen Medien verbreitete sich ein beunruhigendes Video aus der Novigrader See, auf dem der Große Tümmler Oliver um einen Schwimmer kreist und ihn unter Wasser drückt. Der Vorfall ging glücklicherweise ohne Verletzungen aus, doch vom Institut Plavi svijet auf Lošinj kommt die klare Botschaft, dass dieses Ergebnis reines Glück war und der nächste Kontakt deutlich schwerwiegendere Folgen haben könnte.
"Zum Glück wurde der Schwimmer nicht verletzt, doch der Vorfall verlief nur dank glücklicher Umstände ohne ernstere Konsequenzen", teilte das Institut Plavi svijet mit. Sie fügten hinzu, dass auch Meldungen über Fälle eingegangen seien, in denen Oliver Schwimmer vom Ufer weggedrängt habe, was den Eindruck erweckte, er wolle ihnen das Verlassen des Meeres nicht gestatten.
Warum einsame Delfine gefährlich werden
Ein solches Verhalten ist typisch für einsame Delfine, die sich an die Gesellschaft von Menschen gewöhnt haben. Das Institut erklärt den psychologischen Hintergrund solcher Interaktionen. "Das Tier möchte nicht allein bleiben, und wenn Menschen, die in seiner Nähe waren, versuchen zu gehen, kann es versuchen, sie daran zu hindern, indem es ihnen den Weg zum Ufer blockiert oder sie weiter ins offene Meer treibt", so das Institut. In einer solchen Situation hat eine Person, die bereits erschöpft ist oder weiter geschwommen ist als geplant, nur sehr wenig Raum für eine sichere Reaktion.
Das Institut appelliert daher erneut an Badegäste, keine Interaktion mit Oliver zu beginnen und sich sofort zu entfernen, wenn er sich nähert. Sie warnen, dass jeder weitere Kontakt das Risiko neuer Vorfälle mit potenziell viel schwerwiegenderen Folgen erhöht. Ausgewachsene Große Tümmler wiegen mehr als 200 Kilogramm, und ein Schlag mit der Schnauze oder der Schwanzflosse sowie Kratzer durch Zähne können beim Menschen schwere Verletzungen verursachen. Delfine nutzen solchen physischen Kontakt in ihrem rauen Spiel untereinander, aber auch als Reaktion auf Verhalten, das sie als bedrohlich oder unangenehm empfinden.
Tödliche Präzedenzfälle aus Brasilien und England
Das Institut erinnert daran, dass ähnliche Fälle weltweit nicht immer harmlos endeten. In Brasilien näherte sich der einsame männliche Große Tümmler Tião zwischen August und Dezember 1994 häufig Badegästen in Caraguatatuba. Nachdem Menschen ihn berührt, an den Flossen gepackt, geschlagen und auf ihm herumgesprungen waren und einige sogar versuchten, Holzstäbchen in sein Blasloch zu stecken, wurde er aggressiv. Die Folge war, dass etwa 29 Personen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden.
Der tragischste Ausgang ereignete sich im Dezember 1994. "Im Dezember 1994 schlug er heftig auf einen 30-jährigen Badegast ein, der wenige Stunden später an inneren Blutungen infolge eines Magenrisses starb. Tião war 2,6 Meter lang, also nicht größer als die Großen Tümmler, die in der Adria leben", betonten sie vom Institut Plavi svijet.
Ein weiterer Fall ereignete sich im August 2025 in der Lyme Bay in England, wo Kajakfahrer zwei Frauen retteten, nachdem der einsame Große Tümmler Reggie auf ihre Rücken gesprungen und ihre Köpfe wiederholt unter Wasser gedrückt hatte. "Das sind extreme Fälle, aber die ersten Kontakte der Menschen mit beiden Delfinen waren dem heutigen Verhalten von Oliver sehr ähnlich, bei dem es noch keine Anzeichen offener Aggression gibt", so das Institut.
Gefahr für beide Seiten
Das Institut Plavi svijet weist auch auf eine weitere Dimension des Problems hin. Negative Interaktionen stellen nicht nur ein Risiko für Menschen dar, sondern können auch eine feindselige Stimmung in der Öffentlichkeit gegenüber dem Tier hervorrufen, was Einzelpersonen dazu verleiten könnte, es zu verletzen oder sich zu rächen. Daher ist die Vermeidung von Kontakt entscheidend für die Sicherheit sowohl der Badegäste als auch des Delfins selbst.