Kardiologin warnt: Das passiert mit dem Blutdruck bei Hitze
Längere Einwirkung hoher Sommertemperaturen kann Herz und Kreislauf stark belasten, und das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, steigt mit jedem Grad.
Längere Einwirkung hoher Sommertemperaturen kann Herz und Kreislauf stark belasten, und das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, steigt mit jedem Grad.
Hohe Sommertemperaturen beeinflussen nicht nur das Wohlbefinden, sondern können Herz und Kreislauf stark belasten, warnt die Kardiologin Dr. Nieca Goldberg vom Gesundheitssystem NYU Langone Health. Neben Ernährung und körperlicher Aktivität haben auch Wetterfaktoren einen erheblichen Einfluss auf den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems, und längere Einwirkung hoher Temperaturen kann zu einem Abfall des arteriellen Blutdrucks sowie verschiedenen anderen gesundheitlichen Problemen führen.
Wenn der Körper überhitzt, erweitern sich die Blutgefäße, um Wärme leichter abzugeben, was zu einem Abfall des Blutdrucks führt. Dieses Risiko wird durch Dehydrierung infolge vermehrten Schwitzens zusätzlich verstärkt. Die Folgen können Schwindel, Benommenheit und ein Gefühl der Instabilität sein, insbesondere beim plötzlichen Aufstehen oder bei längerem Aufenthalt im Freien.
Bei großer Hitze arbeitet das Herz intensiver, um den Körper zu kühlen, sodass die Herzfrequenz selbst bei leichten Aktivitäten ansteigt. Gleichzeitig verringert sich durch den Flüssigkeitsverlust die Blutmenge im Körper, was die Herzarbeit zusätzlich belastet. Bei Menschen mit Herzerkrankungen kann dies zu Beschwerden in der Brust, Atemnot, Herzklopfen oder sogar Ohnmacht führen.
Auf den Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und Herzerkrankungen weist auch eine 2024 in der Zeitschrift Circulation Research veröffentlichte Studie hin. Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, mit jedem Anstieg der Temperatur um ein Grad Celsius um 2,1 Prozent zunimmt.
Erhöhte Vorsicht während Hitzewellen wird Personen mit Herzproblemen, niedrigem Blutdruck, Diabetes, Nierenerkrankungen, Übergewicht sowie älteren Menschen empfohlen. Eine zusätzliche Gefahr geht von bestimmten Medikamenten wie Diuretika und Blutdrucksenkern aus, die das Risiko einer Dehydrierung erhöhen können.
Um das Herz im Sommer zu schützen, empfiehlt Dr. Goldberg Aktivitäten im Freien in den Morgen- oder Abendstunden, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, das Tragen von atmungsaktiver Kleidung, häufige Pausen im Schatten oder in klimatisierten Räumen sowie die Vermeidung körperlicher Anstrengung in der heißesten Tageszeit.
Wenn Schwindel, schneller oder unregelmäßiger Puls, Brustschmerzen, Atemnot oder Bewusstlosigkeit auftreten, sollte man sofort Schatten aufsuchen, Flüssigkeit zu sich nehmen, wenn die Person bei Bewusstsein ist, und bei ernsteren Symptomen sofort einen Arzt rufen.