Bei einer Schießerei am Freitag, dem 7. August 2026, an der Debsirin Nonthaburi High School in der gleichnamigen Provinz nördlich von Bangkok sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen und 15 Schüler verletzt worden. Der mutmaßliche Angreifer, ein 14-jähriger Schüler der Schule, wurde ebenfalls tot aufgefunden. Die Nachricht wurde von Thailands stellvertretendem Innenminister Polapee Suwunchwee gegenüber dem lokalen Fernsehsender Thai PBS bestätigt.
Details des Angriffs und widersprüchliche Informationen
Nach Angaben von Vize-Minister Suwunchwee gehören zu den Todesopfern zwei Schüler und zwei Lehrer. Die 15 verletzten Schüler erlitten keine Schusswunden, sondern Verletzungen bei der panischen Flucht vom Tatort. Die Berichte über die Gesamtzahl der Opfer variieren; während Dawn von mindestens vier Toten berichtet, nennt N1 Serbien unter Berufung auf Polizeiquellen und die BBC mindestens sechs Tote.
Auch die Umstände des Todes des Verdächtigen sind Gegenstand widersprüchlicher Berichte. Einige Quellen behaupten, die Polizei habe den Angreifer erschossen, andere deuten auf Selbstmord hin. Bislang gibt es keine offizielle Bestätigung für eine der beiden Versionen.
Reaktion der Behörden und das Waffenproblem
Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul machte keinen Hehl aus seiner Erschütterung über die Tragödie. "Das ist ein so schrecklicher Vorfall. Das hätte niemals passieren dürfen. Wie konnte das in unserem Land geschehen?", sagte er vor Journalisten im Government House in Bangkok. Vize-Minister Suwunchwee fügte hinzu, der Verdächtige habe eine Pistole benutzt, und das Innenministerium untersuche, wie der Minderjährige an die Waffe gelangt sei.
Thailand kämpft seit Jahren mit einer hohen Waffenbesitzrate. Schätzungsweise sind etwa 10 Millionen Schusswaffen im Umlauf, was bedeutet, dass etwa jeder siebte Einwohner eine Waffe besitzt. Trotz früherer Versprechen, die Gesetze zu verschärfen, wiederholen sich tödliche Vorfälle. Erst im Februar 2026 eröffnete ein Teenager im Süden des Landes das Feuer in einer Schule, tötete den Direktor und verletzte zwei Schüler, wobei er eine Waffe benutzte, die er einem Polizisten abgenommen hatte.
Düstere Geschichte von Massenschießereien
Die heutige Tragödie erinnert an eines der schlimmsten Massaker in der Geschichte Thailands. Im Jahr 2022 drang ein ehemaliger Polizist, bewaffnet mit einer Pistole und einem Messer, in einen Kindergarten im Norden des Landes ein und tötete 24 Kinder und 12 Erwachsene. Fotos vom heutigen Tatort zeigen den Verdächtigen in einer lila Schuluniform mit einer schwarzen Tasche über der Schulter, während auf dem Boden mehrere Patronenhülsen zu sehen sind.
Der Verkehr in der Nähe der Debsirin Nonthaburi Schule kam fast zum Erliegen, berichtet ein AFP-Reporter, während Eltern hastig eintrafen, um ihre Kinder nach dem Vorfall abzuholen.