Arzt warnt: Blut wird bei Hitze dicker
Prof. Dr. Edvard Galić erklärt, warum ältere und chronisch kranke Menschen während Hitzewellen besonders gefährdet sind, und gibt wichtige Präventionstipps.
Prof. Dr. Edvard Galić erklärt, warum ältere und chronisch kranke Menschen während Hitzewellen besonders gefährdet sind, und gibt wichtige Präventionstipps.
Hohe Sommertemperaturen bringen nicht nur Unbehagen mit sich, sondern können auch ernsthafte gesundheitliche Komplikationen auslösen, warnt Prof. Dr. Edvard Galić, Primarius, Direktor des Klinischen Krankenhauses Sveti Duh und Vorstand der Klinik für Innere Medizin. Im Gespräch mit der zentralen Nachrichtensendung Dnevnik des kroatischen Fernsehens (HTV) betonte er, dass die Rettungsdienste während Hitzewellen einen Anstieg der Einsätze aufgrund von Dehydrierung, Schwindel und Ohnmachtsanfällen verzeichnen, aber auch deutlich schwerwiegendere Zustände.
Der menschliche Körper versucht, eine Temperatur zwischen 36 und 37 Grad aufrechtzuerhalten. Bei extremen Außentemperaturen unternimmt der Organismus zusätzliche Anstrengungen, um sich abzukühlen. "Die Blutgefäße erweitern sich, wir schwitzen intensiver und atmen schneller, um die Körpertemperatur zu senken", erklärte Galić gegenüber HTV.
Genau dieses vermehrte Schwitzen führt zu Flüssigkeitsverlust. Wird dieser nicht rechtzeitig ausgeglichen, entstehen Probleme. "Das Blutvolumen nimmt ab, das Blut wird zähflüssiger und dicker, der Blutdruck sinkt und das Risiko für Thrombosen, Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt", warnte der Direktor des Klinischen Krankenhauses Sveti Duh. Er fügte hinzu, dass die Krankenhauseinweisungsrate im Sommer etwas höher sei als im Rest des Jahres. "Neben Lungenentzündung und Sepsis verzeichnen wir am häufigsten Herzrhythmusstörungen, Herz- und Hirninfarkte", sagte er.
Die schwersten Folgen der Hitze spüren ältere Menschen und chronisch Kranke. Zu den Risikogruppen gehören Herzpatienten, Menschen mit Neigung zu Herzrhythmusstörungen, Diabetiker sowie alle, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben. "Wenn wir nicht genügend Flüssigkeit zu uns nehmen, wird das Blut dicker, das Risiko für Thrombosen, Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt", wiederholte Galić die Kernbotschaft.
Viele greifen zur Erfrischung zu einem kühlen Bier, doch Alkohol entzieht dem Körper tatsächlich zusätzlich Flüssigkeit. "Alkohol wirkt als Diuretikum, entzieht dem Körper Wasser und erweitert die Blutgefäße, was zu einem Blutdruckabfall führen kann", betonte er. Auch bei Energy-Drinks ist Vorsicht geboten. "Energy-Drinks enthalten große Mengen an Koffein, das Herz schlägt dadurch schneller, und sie sind besonders gefährlich bei großer Hitze und intensiver körperlicher Anstrengung", betonte Prof. Dr. Galić gegenüber HTV.
Auch wenn oft zu hören ist, dass Klimaanlagen nicht wünschenswert seien, hält Galić sie für einen wichtigen Verbündeten im Schutz vor Hitze, insbesondere für ältere und chronisch kranke Menschen. "Die Klimaanlage ist ein großer Verbündeter, aber der Raum sollte nicht zu stark heruntergekühlt sein", sagte er. Er empfahl, dass die Temperatur in einem gekühlten Raum zwischen 24 und 26 Grad liegen sollte. Große Temperaturunterschiede zwischen Außen- und Innenbereich können eine zusätzliche Belastung für Herz und Blutgefäße darstellen. "Am wichtigsten ist die schrittweise Anpassung des Körpers", schloss er.
Chronisch Kranken rät der Arzt, regelmäßig Blutdruck und Körpergewicht zu messen sowie die Urinmenge und -farbe zu beobachten. Wenn sie Symptome bemerken, sollten sie sich sofort an ihren Arzt wenden. Besonders warnte er vor der Gefahr einer eigenmächtigen Änderung der Medikation. "Eine eigenmächtige Änderung der Therapie kann gefährlicher sein als die Hitzewelle selbst. Über die Anpassung der Medikamentendosis, insbesondere von Diuretika und Blutdruckmedikamenten, sollte immer ein Arzt entscheiden", so Galić. "Wir empfehlen ihnen, häufiger Blutdruck und Körpergewicht zu messen und Urinmenge und -farbe zu beobachten. Wenn sie Symptome bemerken, sollten sie sich sofort an ihren Arzt wenden."