Litauen schlägt Alarm: Russland bereitet Provokationen gegen die NATO vor
Auch Deutschland erhöht die Alarmbereitschaft nach Fund einer Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig.
Auch Deutschland erhöht die Alarmbereitschaft nach Fund einer Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig.
Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas warnte am Mittwoch, dass Russland möglicherweise sogenannte Operationen unter falscher Flagge gegen NATO-Mitgliedstaaten im Baltikum vorbereitet. Nach seinen Worten gibt es zwar keine konkreten Informationen über ein Datum, aber die litauischen Behörden beobachten die russischen Aktivitäten genau und tauschen Geheimdienstinformationen mit Polen und anderen Verbündeten aus.
Der Begriff "falsche Flagge", so The Guardian, bezieht sich auf einen Angriff oder Vorfall, der absichtlich durchgeführt wird, um die Verantwortung jemand anderem zuzuschreiben, nicht dem tatsächlichen Täter. In diesem Fall wird befürchtet, dass Russland beschlagnahmte oder rekonstruierte ukrainische Drohnen verwenden könnte, um einen Vorfall zu provozieren und die Bereitschaft der NATO zu testen, die Unterstützung für die Ukraine fortzusetzen.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur BNS erwägt Moskau, so ein mögliches Szenario, das die Geheimdienste analysieren, einen Angriff auf lebenswichtige Einrichtungen in den baltischen Staaten. Auch das litauische Medium 15min berichtete über diese Möglichkeit. Kaunas betonte jedoch, dass das Risiko eines direkten konventionellen militärischen Angriffs auf Litauen weiterhin gering sei.
"Wir bewerten und überwachen kontinuierlich die Bedrohungslage", sagte Minister Kaunas dem litauischen öffentlich-rechtlichen Sender LRT.
Gleichzeitig hat auch Deutschland die Alarmbereitschaft erhöht. Am Flughafen Leipzig, der ein logistisches Zentrum der Bundeswehr, der NATO und Basis der ukrainischen Firma Antonov Airlines ist, wurde eine Drohne mit Sprengstoff gefunden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warnte, dass dieser Fund eine "neue Gefahrenstufe" für das Land darstelle.
Derzeit wird ermittelt, ob eine ausländische Macht in den vereitelten Vorfall verwickelt war, und der Fall wird als potenziell professionell organisierte hybride Bedrohung behandelt. Der Verdacht richtet sich daher auf Russland, obwohl deutsche Vertreter bisher niemanden öffentlich beschuldigt haben. In einem separaten Vorfall kollidierte ein Frachtflugzeug von DHL beim erneuten Start mit einem unbekannten Objekt, landete aber sicher auf einem anderen Flughafen.
Die Spannungen werden zusätzlich durch das Gespräch zwischen NATO-Generalsekretär Mark Rutte und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag unterstrichen. Rutte schrieb auf der Social-Media-Plattform X, dass sie "über die jüngsten schrecklichen russischen Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte" gesprochen hätten und dass er mit Verbündeten koordiniere, wie der Ukraine dringend die benötigte Luftverteidigung bereitgestellt werden könne.