Ein ruhiger Nachmittag im Einfamilienhaus in Metković verwandelte sich für Valentina Zadrić Matičević in ein Drama, als sie, allein mit ihrem sechsjährigen Kind und einem sieben Monate alten Baby, auf dem Küchenboden eine Hornotter entdeckte, die giftigste europäische Schlange.
"Es war gegen 14:15 Uhr. Sie kroch in Richtung des Bereichs unter dem Kühlschrank. Ich geriet in Panik, ich war allein mit zwei kleinen Kindern! Sofort rief ich um 14:21 Uhr die 112 an. Der Operator hörte mir zu und verband mich mit der Freiwilligen Feuerwehr Metković, und dann kam der Schock", erzählte Valentina gegenüber Dnevnik.hr.
Die Antwort, die schockierte: "Wir arbeiten nicht mit Schlangen"
Als sie schnelle Hilfe erwartete, kam eine unerwartete Antwort. "Nachdem ich die Situation erklärt hatte, antworteten sie mir von der Freiwilligen Feuerwehr Metković ziemlich arrogant und unbarmherzig: ‚Wir arbeiten nicht mit Schlangen.' Ich fragte sie, was ich allein mit zwei kleinen Kindern tun solle, worauf sie nur sagten, sie wüssten es nicht, und ich solle den kommunalen Dienst anrufen. Ich rief auch dort an, aber sie sagten mir, sie seien nicht qualifiziert und hätten keine Ausrüstung dafür", erinnerte sie sich.
Verzweifelt, weil die Schlange bereits aus der Küche in den Flur kroch, suchte sie schließlich Hilfe bei einem Familienfreund. "Der Freund kam, bedeckte die Hornotter mit einer Decke und musste sie zwölfmal mit einem Eisen schlagen, bis er sie tötete. Es gab buchstäblich keine andere Möglichkeit, er musste sie töten, weil wir keine andere Option hatten, auch keine Hilfe", sagte sie.
Öffentliche Kritik auf dem Facebook-Profil der Freiwilligen Feuerwehr Metković
Nachdem das traumatische Ereignis vorüber war, dankte Valentina auf sozialen Netzwerken ihrem Freund und berichtete von ihren Erfahrungen mit den Feuerwehrleuten. Die Reaktion der Freiwilligen Feuerwehr Metković folgte schnell und öffentlich auf ihrem offiziellen Facebook-Profil.
In dem Beitrag hieß es, dass "kein Gesetz oder untergesetzlicher Akt vorschreibt, dass Feuerwehrleute Schlangen in Häusern fangen" und dass sie solche Risiken nicht eingehen wollten. Sie fügten auch eine ironische Bemerkung hinzu: "Deshalb bitten wir Sie, sich in Zukunft, bevor Sie uns öffentlich ‚loben', darüber zu informieren, was zum Aufgabenbereich der jeweiligen öffentlichen Dienststelle gehört, damit Sie morgen vielleicht nicht bei einem Stromausfall die Hilfe der Müllabfuhr suchen und sie provozieren, weil sie Ihnen nicht geholfen haben."
Diese Antwort erregte öffentliche Empörung. Valentina, die im Gesundheitswesen arbeitet und deren Ehemann Soldat ist, kann nicht glauben, dass sich der Dienst so verhalten hat. "Man ist verpflichtet zu helfen! Egal in welcher Situation und wo auch immer man sich befindet, man ist aufgerufen, Hilfe zu leisten. Ich möchte glauben, dass dies nur ein Ausrutscher einer Einzelperson war, die ans Telefon ging und diese Kommentare schrieb, und nicht die Haltung der gesamten Feuerwehr, deren Arbeit ich sonst außerordentlich respektiere. Das ist eine Berufung, nicht nur ein Job", schloss sie.
Der Fall wurde dem Kroatischen Feuerwehrverband gemeldet
Valentina informierte auch den Kroatischen Feuerwehrverband über den gesamten Vorfall, wartet jedoch noch auf eine Antwort. Außerdem traf sie später in der Stadt Polizeibeamte, die ihr bestätigten, dass sie in einer solchen Situation selbst die Feuerwehr gerufen hätten. Dieser Vorfall wirft eine entscheidende Frage auf: An wen können sich Bürger wenden, wenn eine gefährliche Schlange in ihr Haus eindringt, wenn die Notdienste sich weigern einzugreifen.