Gorica-Trainer Mario Carević machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, nachdem seine Mannschaft zum Auftakt der neuen Saison 0:2 gegen Osijek verloren hatte. In einer ehrlichen Analyse gab er zu, dass sie sowohl sich selbst als auch den Fans etwas schuldig geblieben sind und dass die Mannschaft noch immer auf der Suche nach ihrer wahren Identität ist.
Schlechter Start entschied bereits in den ersten 15 Minuten
Gorica startete katastrophal in die Partie gegen Osijek und kassierte zwei frühe Tore, die den Verlauf der Begegnung bestimmten. "Leider haben wir dieses erste Spiel sehr schlecht eröffnet. Zum Saisonstart, wenn man selbst nicht weiß, wie gut man ist, haben wir statt in die positive Richtung zu gehen, bereits in der siebten Minute ein Gegentor kassiert. Und dann in der vierzehnten Minute das zweite per Elfmeter...", erklärte Carević gegenüber Tportal.
Nach diesem Schockstart schlich sich Unsicherheit ins Spiel von Gorica ein, von der sie sich bis zum Ende der Partie nicht erholen konnten. "Danach kam Unsicherheit auf und wir sahen aus, wie wir aussahen", fügte der Trainer hinzu, sich bewusst, dass die gezeigte Leistung nicht annähernd dem gewünschten Niveau entsprach.
Defensive Stabilität als Priorität
Im Bewusstsein der Probleme, die an die Oberfläche gekommen waren, verriet Carević, woran im Laufe der Woche gearbeitet wurde. "Zuallererst müssen wir uns defensiv stabilisieren. Es geht um Details, in denen wir nicht gut waren, und im Laufe der Woche haben wir den Schwerpunkt auf diese Dinge gelegt. Wir dürfen den Gegnern absolut nichts schenken, und wenn wir stabil sind, können wir ein positives Ergebnis erwarten", betonte er.
Eine zusätzliche Herausforderung stellt das Fehlen von zwei Spielern dar. Sule und Erceg standen nicht im Kader für das Spiel gegen Osijek, und ihr Status für die nächste Runde ist unbekannt.
Lokomotiva als neuer Test
Der nächste Gegner von Gorica ist Lokomotiva, eine Mannschaft, die hervorragend in die Saison gestartet ist. Carević ist sich der Qualität des Gegners bewusst und unterschätzt ihn nicht. "Lokomotiva ist super in die Meisterschaft gestartet, sie haben sich sicherlich eine zusätzliche Portion Selbstvertrauen geholt, denn so ist das, wenn man die Meisterschaft gut beginnt. Sie sind eine echte Wettkampfmannschaft, voller erfahrener Spieler, die wahre Wettkämpfer sind, und sie sind auch bei Standardsituationen sehr stark, worauf wir besonders achten müssen", analysierte er.
Trotz allem hat der Optimismus den Trainer von Gorica nicht verlassen. "Ich glaube wirklich, dass wir eine viel bessere Leistung und letztendlich auch ein besseres Ergebnis bieten werden", sagte er.
Psychologischer Reset und die Suche nach Identität
Carević betonte, dass die Mannschaft zu Beginn der Saison noch immer ein Rätsel für sich selbst ist. "Es ist der Saisonstart, einige Spieler sind neu, wir sind uns im wahrsten Sinne des Wortes ein Rätsel, und das einzige wahre Bild ist das Meisterschaftsspiel. Ich habe davor gewarnt, dass all das Gute aus der Vorbereitung wenig bedeutet, wenn die Meisterschaft beginnt, denn das ist das realistische Bild", erklärte er.
Der Schlüssel für den weiteren Saisonverlauf liegt seinen Worten zufolge in einem mentalen Reset. "Wir brauchen ein gutes Ergebnis, um Selbstvertrauen zu tanken. Jetzt ist es eine psychologische Sache, dass sich keine langfristige Unsicherheit einschleicht, sondern dass wir uns zurücksetzen, das erste Spiel vergessen und von null beginnen", schloss Carević. Es bleibt abzuwarten, ob Gorica bereits in der nächsten Runde ein anderes Gesicht zeigt und die Erwartungen seines Trainers erfüllt.