Das neueste Buch der beiden New York Times-Korrespondenten Maggie Haberman und Jonathan Swan gewährt Einblicke in die Beziehungen zwischen Donald Trump und den führenden Köpfen des Technologiesektors nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus. In dem Werk "Regime Change: Inside the Imperial Presidency of Donald Trump" wird behauptet, dass Mark Zuckerberg und Jeff Bezos verzweifelte Schritte unternahmen, um sich Trump zu nähern, nur um später von ihm und Elon Musk in privaten Gesprächen verspottet zu werden.
Die Autoren berichten, dass Trump tagelang stolz die erhaltenen Nachrichten mit Gästen teilte und sie als Beweis für die Unterwürfigkeit der beiden Milliardäre nutzte. Laut dem Buch sagte der Präsident, dass die Technologieführer ihn buchstäblich "in den Hintern geküsst" hätten.
Kindlicher Brief und Herabwürdigung der eigenen Zeitung
Eines der markantesten Beispiele ist Zuckerbergs Nachricht an Trump, die ein Foto eines Briefes eines seiner drei Kinder enthielt. In diesem Brief drückte das Kind, dessen ältestes acht oder neun Jahre alt war, seine Vorfreude auf das aus, was es das "goldene Zeitalter Amerikas" nannte, ein Slogan, den Trump während des Wahlkampfs oft betonte. Dieser Schritt, so wird beschrieben, festigte Trumps Überzeugung, wie weit sie bereit sind zu gehen, um ihm zu gefallen.
Bezos verfolgte einen ähnlichen Ansatz. Während eines Abendessens in Trumps Club Mar-a-Lago kritisierte der Gründer von Amazon und Blue Origin offen die Washington Post, die Zeitung in seinem Besitz, und beschrieb sie als eine seiner schlechtesten finanziellen Investitionen. Dieses Gespräch fand Monate statt, bevor Bezos erfolglos versuchte, von Trump einen geschäftlichen Gefallen für sein Raumfahrtunternehmen zu erhalten.
Musks Kommentar und gescheiterte Bitte
Das Buch berichtet, dass Trump in einem Gespräch mit Musk bemerkte, dass sich die Zeiten im Vergleich zu 2016 geändert hätten, als ihn, wie er sagte, sowohl Zuckerberg als auch Bezos offen hassten und politisch vernichten wollten. Musk antwortete darauf mit sichtlichem Vergnügen, dass es sich um "erstklassiges Schleimen" handele.
Bezos versuchte später, einen konkreten Vorteil zu erzielen. Er warnte Trump, dass die Dominanz von SpaceX bei staatlichen Raumfahrtverträgen ein Risiko darstelle, und schlug vor, dass der stellvertretende Verteidigungsminister Feinberg für eine größere Vielfalt bei den Auftragnehmern sorgen solle, was Blue Origin Türen öffnen würde. Trump jedoch, nachdem er sich mit Musk versöhnt hatte, erweiterte den Zugang von SpaceX zu amerikanischen Startplätzen weiter und enttäuschte damit Bezos' Erwartungen.
Hymne und fehlende Dementis
Die Autoren beschreiben auch ein Detail von Zuckerbergs Besuch bei Trump kurz nach Thanksgiving 2024. Bei seiner Ankunft spielte Trump die amerikanische Hymne, jedoch in der Interpretation des Chors der Gefangenen vom 6. Januar, einer Gruppe von Personen, die wegen ihrer Beteiligung am gewaltsamen Sturm auf das Kapitol verurteilt wurden.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, antwortete nicht direkt auf Fragen zur Verspottung von Zuckerberg und Bezos. Stattdessen betonte er, dass Präsident Trump der Zusammenarbeit mit allen amerikanischen Wirtschaftsführern verpflichtet sei, um Amerikas innovative Dominanz zu stärken. Vertreter von Meta, Blue Origin und Musk lehnten ebenfalls Kommentare zu den Behauptungen des Buches ab, was den Eindruck der Glaubwürdigkeit der dargelegten Details weiter verstärkte.
Das Buch stellt auch fest, dass Bezos mit Trump auf ähnliche Weise zusammengearbeitet hat wie mit früheren Präsidenten, seit Bill Clinton, einschließlich einer Spende von hundert Millionen Dollar an die Präsidentenbibliothek von Barack Obama.