Martin Kušejs Medea erobert Lovrjenac erneut
Der letztjährige Festivalerfolg, ausgezeichnet mit Orlando und Goldenem Studio, kehrt vom 7. bis 9. August auf die Mauern von Dubrovnik zurück.
Der letztjährige Festivalerfolg, ausgezeichnet mit Orlando und Goldenem Studio, kehrt vom 7. bis 9. August auf die Mauern von Dubrovnik zurück.
Nachdem sie im vergangenen Sommer das Festivalpublikum begeistert hat, kehrt die kraftvolle Interpretation des Medea-Mythos unter der Regie von Martin Kušej auf eine der beeindruckendsten Bühnen der Welt zurück. Das Stück "Medea" wird vom 7. bis 9. August 2026 um 21:30 Uhr auf der Festung Lovrjenac aufgeführt, und Theaterliebhaber haben bereits Tickets gekauft, alle drei Vorstellungen sind ausverkauft.
Diese Koproduktion der Dubrovačke ljetne igre (Dubrovniker Sommerfestspiele), des Kroatischen Nationaltheaters in Varaždin und des Slowenischen Nationaltheaters Maribor basiert auf dem Text "Medea, Material" von Heiner Müller. Die Regie führt einer der bedeutendsten europäischen Regisseure, Martin Kušej, der durch eine zeitgenössische Linse die grausamen Mechanismen der Welt, die Position des Individuums und die drängende Frage des Andersseins hinterfragt.
Das Herzstück der Geschichte bilden die Figuren Ana (Medea) und Luka (Jason), dargestellt von Helena Minić Matanić und Uliks Fehmiu. Gerade Minić wurde für ihre kraftvolle Interpretation im letzten Jahr mit zwei prestigeträchtigen Auszeichnungen geehrt, dem Orlando für die erfolgreichste dramatische Inszenierung bei den Dubrovniker Sommerfestspielen sowie dem "Goldenen Studio" der Zeitung Jutarnji list als beste Schauspielerin.
Kušej bietet in seiner Regie keine einfachen Antworten. Durch die Geschichte einer der rätselhaftesten Figuren des dramatischen Universums wirft das Stück Fragen zu Identität, Ausgrenzung, Liebe, Gewalt und den Grenzen menschlicher Belastbarkeit auf, insbesondere in Zeiten wachsender Fremdenfeindlichkeit und gesellschaftlicher Spaltung. "Es ist brutal, es lässt niemandem, weder Schauspielern noch Publikum, Raum, sich zu verstecken. Es ist roh und reinigend wie ein ritueller Akt," lautet ein Teil der Beschreibung des Stücks in der Ankündigung.
Hinter dieser komplexen Inszenierung steht ein beeindruckendes internationales Autorenteam. Die Übersetzerin und Dramaturgin Vesna Đikanović sowie die Übersetzerin von Müllers Text Snježana Rodek werden ergänzt durch die Bühnenbildnerin Annette Murschetz, die Kostümbildnerin Ana Savić Gecan und den Komponisten Aki Traar. Das visuelle Erscheinungsbild des Stücks wird zusätzlich von der Lichtdesignerin Vesna Kolarec und dem Videokünstler Tobias Jonas geprägt.
Im Schauspielensemble werden neben Minić Matanić und Fehmiu auch Julia Klavžar (Klara), Maša Žilavec (Sozialarbeiterin/Erzählerin), Vladimir Vlaškalić (Kristijan), Aleš Valič (Borut), Tvrtko Kolar (Edi) und Jan Rendić (Leon) auf Lovrjenac zu sehen sein. Für einwandfreies Kroatisch sorgte die Lektorin Ines Carović.
Wie es heißt, bewegt sich Medea durch die Zeit von der Antike bis in unsere Tage, mit der Kraft all jener Frauen, die seit jeher von derselben Ausgrenzung aus der Gemeinschaft verfolgt werden und deren Konflikt unweigerlich das Leben aller verändert.