Die Ära, in der riesige Touchscreens das Interieur von Autos dominierten, oft auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit, neigt sich langsam dem Ende zu. Der Vorstandsvorsitzende von Mercedes, Ola Källenius, gab in einem Interview, das am 6. August 2026 veröffentlicht wurde, zu, dass die Hersteller mit vollständig berührungsempfindlichen Oberflächen "etwas zu weit gegangen" seien, und kündigte die Rückkehr physischer Tasten in seinen Fahrzeugen an.
Källenius betonte, dass das Unternehmen "unzählige Stunden in die Benutzeroberfläche" investiere, um sie selbst für ein "fünfjähriges Kind" intuitiv zu gestalten, aber die Allgegenwart von Bildschirmen habe einen gegenteiligen Effekt erzeugt. "Man neigt manchmal dazu, etwas zu schnell vorzugehen, Technologie um der Technologie willen zu nutzen und dabei vielleicht den Kunden ein wenig aus den Augen zu verlieren", sagte der Mercedes-Chef.
Ein meterbreiter Bildschirm ist nicht immer die Lösung
Mercedes-Benz war einer der enthusiastischsten Befürworter der Digitalisierung des Innenraums, und in einigen Modellen erreicht die Bildschirmfläche eine Breite von bis zu einem Meter. Obwohl futuristisch, erwies sich dieser Ansatz als unpraktisch für Fahrer, die während der Fahrt schnell und ohne den Blick von der Straße abzuwenden einfache Aktionen wie das Einstellen der Klimaanlage oder das Wechseln der Musik durchführen müssen.
Im Bewusstsein, dass das Gleichgewicht zwischen digital und analog gestört ist, ist Källenius deutlich: "[...] Von nun an werden Sie sehen, dass wir die praktischsten Tasten wieder einführen." Obwohl er nicht präzisierte, um welche Bedienelemente es sich genau handelt, ist mit der Rückkehr von Tasten für Medien- und Klimasteuerung zu rechnen.
Kein Ende für Bildschirme, aber ein Ende für das Monopol bei der Bedienung
Die Ankündigung bedeutet nicht die vollständige Aufgabe von Touchscreens. Sie werden weiterhin ein integraler Bestandteil des Interieurs sein, aber nicht mehr alle Funktionen zentralisieren, die dem Fahrer zur Verfügung stehen. Ziel ist eine hybride Lösung, die das Beste aus beiden Welten vereint. "Ich weiß nicht, ob wir den Höhepunkt der Bildschirme erreicht haben, aber wir sind am Tiefpunkt, was die Tasten betrifft", schloss Källenius bildhaft.
Interessanterweise experimentiert Mercedes parallel zu diesem Philosophiewechsel auch mit anderen unkonventionellen Lösungen, wie einem Joch-Lenkrad nach dem Vorbild von Tesla, was zeigt, dass das Unternehmen Innovationen nicht scheut, sondern sie besser auf die Bedürfnisse seiner Kunden abstimmen möchte.