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Most fordert Aufhebung der Baugenehmigung für Windpark Dazlina

Grmoja und Klarić warnen vor Handel mit Grund und Boden, Gefährdung der Natur und minimalem Nutzen für die lokale Gemeinschaft.

Foto: Wikipedia (Nikola Grmoja)
Kurz gesagt
  • Most forderte am 3. August 2026 in Šibenik die Aufhebung der Baugenehmigung für den Windpark Dazlina.
  • Die Genehmigung wurde am 23. Juli erteilt, am selben Tag, an dem die öffentliche Anhörung zum Raumordnungsplan abgeschlossen wurde.
  • Der lokalen Gemeinschaft bleiben von dem Projekt eine Lipa pro Kilowatt, und Investoren amortisieren ihre Investition innerhalb von fünf Jahren.
  • Most fordert strengere Abstandsregeln für Windkraftanlagen zu Siedlungen und eine neue Umweltverträglichkeitsstudie wegen des Schutzgebiets Natura 2000.

Der Vorsitzende der Partei Most, Nikola Grmoja, und das Mitglied des Parteipräsidiums, Mihovil Klarić, forderten am Montag, dem 3. August 2026, die Aufhebung der Baugenehmigung für den Windpark Dazlina. Bei einer Pressekonferenz in Šibenik erklärten sie, dass die Genehmigung eine Reihe von Mängeln aufweise und am Tag des Abschlusses der öffentlichen Anhörung erteilt worden sei, was deren Zweck in Frage stelle.

Zufall oder Inszenierung für die Öffentlichkeit?

Klarić erinnerte daran, dass Most bereits vor etwa zwei Monaten am selben Ort über die Auswirkungen des potenziellen Windparks auf die lokale Bevölkerung gesprochen habe. In der Zwischenzeit wurde der Entwurf des Raumordnungsplans der Gespanschaft Šibenik-Knin veröffentlicht, der auf dem Gebiet von Dazlina genau eine solche Anlage vorsieht.

"Die Bürger haben ihre Vorschläge und Anmerkungen eingebracht, und die öffentliche Anhörung wurde am 23. Juli abgeschlossen. Doch genau an diesem Tag wurde die Baugenehmigung für den Bau des Windparks Dazlina erteilt. Wir können uns zu Recht fragen, ob diese öffentliche Anhörung nur eine Inszenierung für die Öffentlichkeit war", erklärte Klarić. Er fügte hinzu, dass die 14-seitige Klage bereits verfasst sei und die Partei die Aufhebung der Genehmigung fordere.

Raum als wertvollste Ressource

Nikola Grmoja betonte, dass der kroatische Raum einer der größten nationalen Werte sei. "An diesem Beispiel sehen wir, wie manche mit diesem Raum umgehen. Ich würde mich fragen, ob hinter diesem Projekt Spender der HDZ stehen, denn wir wollen nicht zulassen, dass diejenigen, die ausschließlich ihre privaten oder parteilichen Interessen im Blick haben, auf diese Weise mit dem kroatischen Raum Handel treiben", sagte Grmoja.

Besonders problematisierte er den wirtschaftlichen Nutzen für die lokale Bevölkerung. "Pro Kilowatt erzeugtem Strom bleibt der lokalen Gemeinschaft eine Lipa. Ist das diesen Handel mit unserer wertvollsten Ressource wert?", fragte er.

Ausländische Investoren und schnelle Amortisation

Grmoja warnte auch vor dem breiteren Kontext der Investitionen in erneuerbare Energien. "Investoren in Windparks amortisieren ihre Anfangsinvestition innerhalb von fünf Jahren, und wir alle zahlen über unsere Rechnungen die Umlage für erneuerbare Energien. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir als Gemeinschaft etwas abgeben würden, von dem alle profitieren, aber Windparks sind ausländische Produkte, die Investoren sind meist Ausländer, und der Großteil des Geldes fließt ins Ausland", behauptete er.

Deutsches Abstandsmodell und Naturschutz

Most fordert auch eine Änderung der Abstandsregeln für Windkraftanlagen zu Siedlungen. Nach dem geltenden Raumordnungsplan beträgt der Mindestabstand 800 Meter, doch Klarić betont, dass diese Regel aus einer Zeit stammt, als die Anlagen deutlich niedriger waren. "Wir fordern, nach dem Vorbild Deutschlands eine Regel einzuführen, nach der der Abstand zu Siedlungen das Zehnfache der Anlagenhöhe betragen muss. Wenn die Anlage 200 Meter hoch ist, muss der Mindestabstand zu einem Wohngebiet zwei Kilometer betragen", betonten Grmoja und Klarić.

Zusätzliche Besorgnis erregt die Tatsache, dass sich das geplante Baugebiet innerhalb des ökologischen Netzwerks Natura 2000 befindet, in einer besonderen Schutzzone für Vögel wie Blauracke, Zwergscharbe und Steinadler. Die Most-Vertreter fordern daher die Erstellung einer neuen, unabhängigen Umweltverträglichkeitsstudie, da die bestehende aus dem Jahr 2022 stammt. Damals waren in der Gespanschaft sieben Windparks in Betrieb, inzwischen sind zwei weitere hinzugekommen.

Häufige Fragen
Warum fordert Most die Aufhebung der Baugenehmigung für den Windpark Dazlina? +
Most behauptet, dass die Genehmigung eine Reihe von Mängeln aufweist und am selben Tag erteilt wurde, an dem die öffentliche Anhörung abgeschlossen wurde, was ihre Transparenz in Frage stellt.
Wie groß ist der Abstand von Windkraftanlagen zu Siedlungen nach den geltenden Vorschriften? +
Nach dem geltenden Raumordnungsplan beträgt der Mindestabstand 800 Meter, doch Most fordert, nach dem Vorbild Deutschlands eine Regel einzuführen, nach der der Abstand das Zehnfache der Anlagenhöhe betragen muss.
Wie hoch ist der Nutzen für die lokale Gemeinschaft aus dem Projekt? +
Nach Angaben von Nikola Grmoja bleiben der lokalen Gemeinschaft pro Kilowatt erzeugtem Strom nur eine Lipa.
Warum wird eine neue Umweltverträglichkeitsstudie gefordert? +
Die bestehende Studie stammt aus dem Jahr 2022, als sieben Windparks in Betrieb waren, inzwischen sind zwei weitere hinzugekommen. Das Gebiet liegt innerhalb des ökologischen Netzwerks Natura 2000.

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