Das Sommer-Transferfenster ist in eine Phase eingetreten, in der Rekorde fallen und neue Dramen geschrieben werden. Genau 12 Tage nachdem Fabrizio Romano sein virales "Here We Go" veröffentlicht hatte, bestieg Flügelspieler Yan Diomande ein Privatflugzeug nach Madrid. Real Madrid wird den Teenager aus der Elfenbeinküste bald vorstellen, und die Diomande-Saga ist nur das Vorspiel zu dem, was kommt. Der Transfer war auch von einem virtuellen Schlagabtausch zwischen Romano und dem deutschen Insider Florian Plettenberg geprägt, die eine Front um das Schicksal des jungen Spielers eröffneten.
Wie Mourinho Liverpool und PSG zum Schweigen brachte
Obwohl Liverpool und Paris Saint-Germain lange als Hauptfavoriten für die Unterschrift des jungen Offensivspielers galten, war das persönliche Engagement von Jose Mourinho ausschlaggebend. Der Trainer von Real Madrid rief Diomande an und legte ihm auf fließend Französisch seine Vision und sein Projekt dar, was entscheidend für die Wende war. Liverpool verlor das Rennen laut The Athletic, zitiert von Goal.com, weil Diomande einschätzte, dass Anfield unter dem neuen Trainer Andoni Iraola in eine Übergangssaison geht. Real hingegen gelang es, den Deal PSG abzuluchsen, das bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Leipzig stand.
"Das letzte Puzzlestück war Jose Mourinho", sagte Nathan Campbell, Leiter der globalen Fußballrekrutierung bei Roc Nation und Diomandes Agent, gegenüber The Athletic, zitiert von Goal.com. Campbell enthüllte Details des entscheidenden Gesprächs: "Wir wussten nicht, dass Mourinho fließend Französisch spricht, da er noch keinen französischen Klub trainiert hat. Aber die Zeit, die er sich für das Gespräch mit Yan nahm, und die Tatsache, dass er mit ihm auf Französisch über seine Ideen, das Projekt und wie er ins Team passen würde, sprach, zeigte, wie sehr er dieses Gespräch schätzte. Das war eine riesige Sache. Der Schlüssel zur Überzeugung."
Was die Ablöse betrifft, berichten Sportske novosti von rund 135 Millionen Euro, während Goal.com einen Gesamtwert des Transfers von bis zu 140 Millionen Euro (120 Millionen Pfund) nennt, strukturiert als anfängliche 125 Millionen Euro (107 Millionen Pfund) plus 15 Millionen an Boni. Leipzig hatte den ganzen Sommer auf einer Summe von über 130 Millionen Euro bestanden.
Rodri am Scheideweg: Etihad oder Rückkehr nach Spanien?
Der Gewinner des Goldenen Balls bei der Weltmeisterschaft, Rodri (30), ist in das letzte Jahr seines Vertrags bei Manchester City eingetreten. Seine Situation hat automatisch die Großen angezogen. Real Madrid sieht die spanische "Sechs" als das Gehirn seines Umbaus, doch auch Barcelona hat sich ins Rennen eingeschaltet. Wenn City diesen Sommer nicht ohne Ablöse dastehen will, ist dies der ideale Zeitpunkt, um zu kassieren. Die vollständige Genesung von seiner Knieverletzung und der gewonnene Goldene Ball garantieren, dass sein neuer Klub einen Spieler auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit für drei bis fünf Jahre bekommt.
Vinícius Junior: Gelöschtes Instagram und der Kampf zwischen London und Madrid
Der Brasilianer hat mit dem Löschen aller Beiträge von seinem Instagram-Profil für Aufsehen gesorgt. Obwohl soziale Medien kein verlässlicher Indikator sind, befindet sich Vinícius ebenfalls im letzten Jahr seines Vertrags bei Real Madrid. Er hat ein großzügiges Angebot zur Verlängerung auf dem Tisch, hat es aber noch nicht unterschrieben. Arsenal lauert im Hintergrund und will ihn an die Emirates holen, doch es besteht die Möglichkeit, dass das Interesse der "Gunners" nur dazu dient, den Preis in den Verhandlungen mit dem Madrider Klub in die Höhe zu treiben.
Barcola und Bouaddi: Französisches Duo im Visier der Premier League
Liverpool, das ohne Mohamed Salah (Wechsel zu Trabzonspor) dasteht, zielt für dessen Ersatz auf Bradley Barcola von PSG. Die Pariser verlangen für den 24-jährigen Franzosen, der bei der Weltmeisterschaft drei Tore und eine Vorlage erzielte, rund 150 Millionen Euro, was ein Rekordtransfer in der Geschichte der Premier League wäre. Barcola könnte nach England auch der 18-jährige Mittelfeldspieler von Lille, Ayoub Bouaddi, folgen, der bei der WM glänzte und sich als idealer Ersatz für Rodri bei Manchester City aufdrängt.
Argentinische Kolonie auf dem Sprung: Álvarez, Romero und Fernández
Zum zehnten Jahrestag von Messis Unterschrift bei PSG versucht Barcelona, einen neuen Argentinier zu holen. Julián Álvarez (Atlético Madrid) ist das Ziel der Katalanen, die rund 100 Millionen Euro für ihn geboten haben, was in Madrid glatt abgelehnt wurde. Sein Landsmann Cristian Romero steht ebenfalls vor dem Absprung bei Tottenham, und Inter sowie Atlético Madrid buhlen um ihn. Enzo Fernández, der für 121 Millionen Euro von Benfica zu Chelsea kam, ist auf der Suche nach neuen Herausforderungen, hat aber derzeit kein konkretes Angebot.
Englischer Karussell: Neto, Gakpo und Savinho
Der neue Trainer von Manchester City, Enzo Maresca, möchte Pedro Neto an den Etihad holen, den er bei Chelsea trainierte. Der Portugiese erzielte in der letzten Saison für die "Blues" 10 Tore und 10 Vorlagen. Auf der anderen Seite ist Tottenham an Cody Gakpo von Liverpool (9 Tore und 6 Vorlagen in der letzten Saison) und an Savinho von City interessiert, der im Norden Londons mehr Spielzeit bekommen würde.