Nachdem am Sonntag, dem 2. August 2026, die Adriamagistrale durch Konavle von einem beispiellosen Verkehrskollaps lahmgelegt wurde, hat der Gemeindevorsteher der Gemeinde Konavle, Božo Lasić, öffentlich über die chronischen Probleme mit der Verkehrsinfrastruktur gesprochen. Gleichzeitig betonte er in einem emotionalen Beitrag in den sozialen Medien voller Lob für die Solidarität der Mitbürger, dass es gerade die jungen Freiwilligen und einfachen Leute waren, die verhindert haben, dass das Chaos noch schlimmere Ausmaße annahm.
20 Kilometer lange Staus und 10 Stunden Wartezeit
Der Verkehrsalbtraum entstand durch das Zusammentreffen mehrerer Umstände. Laut dem Leiter des Katastrophenschutzstabs der Gemeinde Konavle, Toni Čeović, bildete sich am Grenzübergang Karasovići Richtung Montenegro eine unglaubliche Anzahl von Autos, viel mehr als in den Vorjahren. Die Situation wurde zusätzlich durch die Verzögerung der Fähre in Montenegro verschärft, die alle 20 Minuten fährt und sich schnell füllte, was dazu führte, dass sich die Kolonnen zu einem riesigen Stau vereinigten.
Nach Medienberichten, die von der Diözese Dubrovnik übernommen wurden, war die Autokolonne zeitweise 20 Kilometer lang und bewegte sich nicht. Reisende verbrachten darin bis zu 10 Stunden, darunter auch Familien mit Kindern, die stundenlang bei hohen Temperaturen ausharren mussten.
"Güte ist leiser als Wut, aber stärker"
Gemeindevorsteher Lasić, der dieses Amt seit 9 Jahren innehat, beschrieb in einem längeren Beitrag, was er während des chaotischen Tages gesehen und gefühlt hat. "Wir leben in einer Zeit, in der es leicht ist, aus dem Komfort eines klimatisierten Raumes zu tippen, zu kommentieren und zu urteilen, ohne dem Menschen in die Augen zu schauen", schrieb Lasić und fügte hinzu: "In solchen Momenten hält man inne und erkennt, dass Güte leiser ist als Wut, aber stärker: Sie hält keine Reden, sondern bringt eine Flasche Wasser, macht ein Sandwich, zeigt den Weg und sagt einem Menschen, dass er nicht allein ist."
Besonders hob er das Engagement der Jugend hervor. Toni aus Vitaljina meldete ihm, dass sie zwei Paletten Wasser verteilt hätten. Der Pfarrer der Pfarrei Pridvorje, Don Petar Markić, versammelte die Jugendlichen aus Pridvorje und Lovorno, die den ganzen Nachmittag und Abend Sandwiches zubereiteten und sie bis 1 Uhr nachts auf der Straße verteilten. "Großes Lob auch an die jungen Leute aus Pridvorje und ihren Pfarrer Don Petar Markić, die sich organisiert haben und den Menschen, die in diesen unerträglichen Staus steckten, den ganzen Tag und sogar die Nacht über Essen verteilt haben! Alles auf der einen Seite, aber Menschlichkeit hat keinen Preis", so Lasić.
Einheimische öffneten ihre Häuser, der Stab koordinierte die Aktion
Der Leiter des Stabs, Toni Čeović, beschrieb, wie sie sich bereits vor der offiziellen Aktivierung um 9:30 Uhr in Bereitschaft versetzt hatten. Die Feuerwehr schickte sofort einen Tankwagen, um Wasser zu verteilen, und um 10 Uhr waren sie bereits an den Verteilungspunkten. Die Firma Viva voda öffnete ihnen ihr Lager, das ihnen den ganzen Tag zur Verfügung stand. "Die Bewohner von Konavle haben gezeigt, dass wir uns, so sehr wir uns in manchen Dingen auch uneinig sein mögen, in Not alle wie einer sind", sagte Čeović.
Ein Teil der Anwohner entlang der Magistrale öffnete die Türen ihrer Häuser für Reisende für hygienische Bedürfnisse, organisierten Wasserschläuche und leisteten verschiedene andere Arten von Hilfe. Auch das Rote Kreuz und der Rettungsdienst aus Čilipi beteiligten sich an der Aktion, an die sich viele wegen Erschöpfung wandten. Lasić dankte besonders dem Gespan, der mit seinen Telefonanrufen beharrlich und in die Lösung des Problems eingebunden war, sowie den Polizisten, die stundenlang in der Hitze hervorragende Arbeit geleistet haben, indem sie den Verkehr leiteten und die Menschen beruhigten.
Acht Kubikmeter Müll und Geländesanierung
Der Tag nach dem Kollaps, Montag, der 3. August 2026, war ruhiger, aber die Folgen waren deutlich sichtbar. "Die Telefone von Čistoća hören nicht auf zu klingeln, ich bitte alle um Geduld, denn unsere Kapazitäten sind bis zum Maximum ausgeschöpft. Es wurden bereits über 8 Kubikmeter Müll gesammelt und die Arbeit geht weiter!", berichtete Lasić. Die Mitarbeiter des Kommunalunternehmens Čistoća i zelenilo sind seit den frühen Morgenstunden im Einsatz, und auch Jugendliche aus Vitaljina haben sich an der Sanierung beteiligt.
Čeović erklärte, dass die Abfallmengen groß, aber angesichts der Umstände verständlich seien: "Das sind keine kleinen Abfälle, die man aus dem Fenster wirft, aber ich kann verstehen, dass die Leute, wenn sie 10 Stunden im Stau stecken, nicht mehr darüber nachdenken, was sie hinterlassen, sie sind zu müde dafür."
Forderung nach sofortiger Lösung des Problems
Obwohl er die Solidarität emotional lobte, vernachlässigte Gemeindevorsteher Lasić auch die systemischen Probleme nicht. "Ich weise seit langem darauf hin, dass sich die Situation an unseren Grenzübergängen erheblich von den meisten anderen Grenzübergängen in der Republik Kroatien unterscheidet. Ich möchte mich nicht meiner Verantwortung entziehen, aber ich muss auch klar sagen, dass dieser Zustand inakzeptabel ist. Daher fordere ich von allen zuständigen Institutionen die sofortige Ergreifung konkreter Maßnahmen, um dieses Problem so schnell wie möglich zu lösen", erklärte er.
Čeović kündigte an, dass unter der Woche keine Probleme zu erwarten seien, und für das nächste Wochenende seien Staus möglich, aber bei weitem nicht in diesem Ausmaß. "Gestern hat nicht das Chaos gewonnen. Gewonnen haben die Menschen, die Solidarität und die Verantwortung. Gewonnen hat Konavle", so die abschließende Botschaft von Gemeindevorsteher Lasić.