Die Eichen- und Platanenwanzen, fast durchsichtige Käfer, die von Natur aus Pflanzenfresser sind, haben sich in den letzten Jahren in ganz Kroatien ausgebreitet. Obwohl ihre Hauptnahrung Pflanzen sind, stechen sie zunehmend auch Menschen, und Experten haben bisher keine Erklärung dafür, warum das geschieht.
Aus den USA und der Türkei eingeschleppt
Nach Angaben, die Dnevnik.hr übermittelte, kam die Platanenwanze zunächst aus den USA und wurde in Italien bereits in den 1970er Jahren registriert. Die Eichenwanze trat um das Jahr 2000 auf. Das Landwirtschaftsministerium gibt an, dass die Wanzen in Kroatien erstmals 2013 im Spačva-Becken registriert wurden.
"Es wird vermutet, dass sie durch LKW-Transport aus der Türkei und bereits vor 2013 nach Kroatien gelangt sind. Seit der ersten Registrierung hat sich die Eichennetzwanze bisher auf das gesamte Gebiet Kroatiens ausgebreitet, auf dem Eichen wachsen, vor allem Stieleichen, von Osten nach Westen", teilte das Ministerium mit.
Erste medizinische Daten erst aus Italien
Professor Boris Hrašovec von der Forstfakultät sagte gegenüber Dnevnik.hr, man wisse nicht, warum die Wanzen Menschen angreifen. "Die ersten medizinischen Daten zu den Wanzen stammen aus Italien, wo mehrere Fälle von Hautausschlägen durch ihre Stiche registriert wurden. Bei uns gibt es bisher keine medizinische Dokumentation über Angriffe der Eichen- und Platanenwanzen", sagte er.
Milivoj Franjević, ebenfalls von der Zagreber Forstfakultät, warnte vor möglichen Folgen für empfindlichere Personen. "Menschen mit einem empfindlicheren Immunsystem könnten Folgen mit sekundären Effekten erleiden, mit Schwellungen und Hautrötungen", erklärte er gegenüber Dnevnik.hr.
Platanen stark betroffen
Das Kroatische Naturkundemuseum betont, dass die Platanenwanze in Zagreber Parks häufig vorkommt und dass die Platanen stark unter ihrem Befall leiden. Mitten in den Sommermonaten haben die Platanen aufgrund der Heftigkeit der Angriffe ihre dekorative Rolle als städtisches Grün verloren, und ihr Laub verfärbt sich vorzeitig gelb, trocknet aus und fällt ab.
Die Käfer erscheinen bereits im Mai und verschwinden erst, wenn es regnet, und zwar innerhalb von drei bis vier Tagen. Bürger beschweren sich, dass sie an Haut, Haaren und Kleidung haften bleiben und sie manchmal auch stechen.
Natürliche Feinde reichen nicht aus
Obwohl die Wanzen in unserer Region zahlreiche natürliche Feinde wie Marienkäfer, Spinnen und einige räuberische Wanzenarten haben, können diese nicht mit dem Ausmaß der Ausbreitung mithalten und ihre Population nicht wesentlich reduzieren. Eine wirksame und systematische Lösung zur Bekämpfung gibt es derzeit nicht.
Da die Temperaturen im September und Oktober sinken, nimmt ihre Population ab, was eine positive Information ist.