Ab Freitag, dem 8. August 2026, dürfen neun Städte und Gemeinden im weiteren Raum von Split keine kommunalen Abfälle mehr auf der Deponie Karepovac in Split entsorgen. Die meisten von ihnen haben bis heute keine alternative Lösung gefunden, was bei Anwohnern und Tourismusvertretern mitten in der Hochsaison Alarm ausgelöst hat.
Tučepi unter größtem Druck
Die Gemeinde Tučepi, die im Sommer täglich etwa 13 Tonnen kommunalen Abfall sammelt, steht vor einem möglichen Kollaps des Systems. Bürgermeister Ante Čobrnić bestätigte, dass auch heute intensive Gespräche geführt wurden, jedoch ohne Erfolg. "Wir haben bereits 2015 ein Urteil des Handelsgerichts in Split erhalten, das vollstreckbar ist, aber wir haben weiterhin Abfall entsorgt. Es gibt also auch einen rechtlichen Aspekt der ganzen Geschichte. Man kann uns Karepovac nicht einseitig schließen, ohne rechtliche Konsequenzen für Split, finanzielle und andere", sagte Čobrnić.
Szenario wie Neapel
Die Anwohner sind besorgt über die mögliche Entwicklung. "Jeden normalen Menschen sollte das beunruhigen. Was, wenn uns das passiert wie in Neapel, dass die Straßen mit Müll bedeckt sind? Ein unangenehmer Geruch wäre ein riesiges Problem", erklärte Jure Tomaš Bajso aus Tučepi.
Die lokale Gastronomin Ivana Sertić nannte die Entscheidung schockierend. "Man wusste schon lange, dass es dazu kommen könnte, besonders mitten in der Touristensaison, wenn in dieser Region fast alles vom Tourismus abhängt", warnte Sertić.
Acht Gemeinden ohne Lösung, Kaštela bereit
Eine alternative Lösung haben weiterhin nicht: Omiš, Dugi Rat, Zadvarje, Šestanovac, Baška Voda, Brela, Podgora und Tučepi. Diese acht lokalen Selbstverwaltungen wissen noch nicht, wohin sie ab morgen ihre kommunalen Abfälle bringen sollen. Auf der anderen Seite hat die Stadt Kaštela rechtzeitig einen Ausweg gefunden. Aus der Stadt wurde mitgeteilt, dass ihr Abfall an mehreren Standorten in Kroatien entsorgt wird und die Bürger die Schließung von Karepovac nicht spüren werden.
Forderung nach staatlichem Eingreifen
Aus den betroffenen Gemeinden wird zunehmend der Ruf nach staatlichem Eingreifen laut. "Ich erwarte absolut, dass sich der Staat einschaltet. Ich will nicht sagen, dass wir wichtiger sind als andere, aber es wäre wirklich schockierend, wenn so eine Situation mitten in der Touristensaison passiert", betonte der Bürgermeister von Tučepi.
Eine langfristige Lösung des Problems soll das Abfallwirtschaftszentrum in Lećevica bringen, doch nach aktuellen Plänen soll es erst 2028 in Betrieb gehen. Bis dahin müssen die betroffenen Städte und Gemeinden vorübergehende Lösungen für die Entsorgung kommunaler Abfälle finden.