Der norwegische Fußballverband (NFF) gab am Freitag, den 7. August 2026, bekannt, dass er offiziell den Rücktritt des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino fordern werde. Diese Entscheidung gab die NFF-Präsidentin Lise Klaveness auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt, einen Tag nach der Sitzung des Verbandsvorstands.
"Wir werden den FIFA-Präsidenten auffordern, jetzt zurückzutreten", erklärte Klaveness, deren Aussage von AFP übermittelt wurde. Damit ist der norwegische Verband eine der lautstärksten Kritikerinnen von Infantinos Führung im Vorfeld der für März 2026 angesetzten FIFA-Präsidentschaftswahl, bei der sich der amtierende Chef um eine weitere Amtszeit bewirbt.
Kein institutionelles Vertrauen
Klaveness erläuterte in einer scharfen Ansprache an die Journalisten, die von Reuters übermittelt wurde, die Gründe für diesen Schritt. "Er hat nicht das institutionelle Vertrauen, das für eine stabile Führung der FIFA in den Zeiten, in denen wir uns befinden, notwendig ist. Für Gianni Infantino gibt es kein Zurück. Die internationale Fußballzusammenarbeit steckt in großen Problemen, und wir müssen einen Grund haben, jetzt zusammenzukommen, und wir wollen den FIFA-Präsidenten auffordern, jetzt zurückzutreten", sagte sie.
Die NFF-Präsidentin betonte auch die Ernsthaftigkeit der Lage im Weltfußball. "Wir sind in eine Situation gekommen, die außergewöhnliche Maßnahmen erfordert, um einen dauerhaften Wandel zu schaffen", sagte Klaveness und fügte hinzu, dass es "irreversible Verstöße" gegeben habe.
Norwegen wird Infantino bei den Wahlen nicht unterstützen
Der norwegische Fußballverband hat deutlich gemacht, dass er dem amtierenden Präsidenten bei den bevorstehenden Wahlen keine Unterstützung gewähren wird. Diese Haltung kommt inmitten eines anhaltenden Konflikts zwischen den führenden Gremien des Weltfußballs, ausgelöst durch den umstrittenen Vorschlag der FIFA, einen Teil der kommerziellen Zukunft der Weltmeisterschaft zu verkaufen, von dem schließlich Abstand genommen wurde.
Interessanterweise wurde der Name von Lise Klaveness selbst als mögliche Nachfolgerin für Infantino genannt. Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter äußerte öffentlich den Wunsch, dass genau sie diese Aufgabe übernehmen möge. Klaveness wies solche Spekulationen jedoch zurück. "Ich bemerke, dass mein Name genannt wird, aber das ist überhaupt nicht das Thema. Wir sind nicht bereit dafür. Es sollte um die Sache gehen, nicht um die Person. So arbeiten wir. Wir sind noch nicht so weit", sagte sie gegenüber SVT Nyheter.
Breiterer Kontext der FIFA-Krise
Der Rücktrittsaufruf aus Norwegen ist der jüngste in einer Reihe von Kritiken an Infantino während seiner Amtszeit. Obwohl konkrete Details über die Natur der von Klaveness erwähnten "irreversiblen Verstöße" nicht näher erläutert wurden, ist klar, dass die Unzufriedenheit unter den FIFA-Mitgliedern im Vorfeld der entscheidenden Wahlen im März zunimmt. Es bleibt abzuwarten, ob sich auch andere nationale Verbände der norwegischen Initiative anschließen und einen Wechsel an der Spitze des Weltfußballverbands fordern werden.