Während ein Teil der Jugend nach Möglichkeiten in großen Städten oder im Ausland sucht, gibt es in Knin jene, die überzeugt sind, dass ein prosperierendes Geschäft genau in der eigenen Region geschaffen werden kann. Die Grundlage des Fortschritts mehrerer lokaler Firmen wurde das Familienunternehmertum, unterstützt durch Geld aus europäischen Fonds und persönliche Initiative, schreibt Danas.net.hr.
Ein Jahrzehnt der Verwandlung eines Hobbys in einen Betrieb
Unter ihnen sticht Tomislav Jurčević hervor, der sich seit ganzen zehn Jahren mit der Bierproduktion beschäftigt. Er startete aus einem Hobby, doch im Laufe der Zeit wuchs die Aktivität zu einem ernsthaften unternehmerischen Vorhaben. "Es war ein Hobby, und dann habe ich Geld aus EU-Fonds gezogen und bin ernsthafter in dieses Geschäft eingestiegen. Aus einem Hobby wurde ein Business", erklärte Jurčević gegenüber Danas.net.hr. Im Familienbetrieb helfen heute neben ihm und einem Angestellten regelmäßig auch seine Tochter Dora.
Rückkehr nach Knin als klares Ziel
Dora Jurčević studiert derzeit in Split, nutzt aber jede freie Minute, um ihrem Vater bei der Produktion und der Führung des Geschäfts zu assistieren. Auf die Frage, ob es in Knin eine Perspektive für junge Menschen gibt, zögerte sie keinen Moment. "Natürlich hat Knin eine Zukunft für junge Menschen. Ich werde nach Knin zurückkehren", sagte sie entschlossen.
Vom Kellnern zur Kaffeemarke
Ein eigenes Vorhaben, nach langjähriger Erfahrung in der Gastronomie, entschied sich auch Marijana Marić zu starten. Sie steht an der Spitze eines Unternehmens, das sich auf die Kaffeeverarbeitung spezialisiert hat, und im Sortiment hat sie auch Zucker für Restaurants und Cafés. "Wir sind auf den Markt gegangen, weil es damals kein qualitativ hochwertiges Produkt gab, das wir suchten. Deshalb haben wir unsere eigene Produktion gestartet und so hat alles begonnen", erläuterte Marijana Marić gegenüber Danas.net.hr.
Das touristische Bild der Stadt wird immer reicher
Neben dem Unternehmergeist bietet Knin auch immer mehr Freizeitangebote. Die Einwohner erfrischen sich von der Sommerhitze am Fluss Krčić, den in den letzten Saisons immer mehr Gäste entdecken. Neben dem Baden stehen den Besuchern auch Zipline, Bergwanderungen auf die Dinara sowie Rafting auf der nahe gelegenen Krka zur Verfügung, wodurch das touristische Angebot der Stadt kontinuierlich bereichert wird. Der Direktor der Tourismusgemeinschaft Knin, Ivan Šorić, ist stolz auf den messbaren Fortschritt. "Letztes Jahr hatten wir 50 Übernachtungskapazitäten, jetzt haben wir 60. Für jemanden am Meer ist das vielleicht nicht viel, aber für uns ist es eine große Sache", betonte Šorić.
Rekordbeschäftigung und lebendige Erinnerungen
Obwohl die Beschäftigungsquote in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, schätzt Bürgermeister Mario Ćaćić, dass es immer noch Spielraum für weiteres Wachstum gibt. Als Haupthindernisse nennt er bürokratische Hürden und die Notwendigkeit, frisches Kapital anzuziehen. "Wir haben die Zahl der Arbeitslosen auf ein Rekordtief gesenkt, und das ist nicht die Folge von Auswanderung", betonte Ćaćić. Der Jahrestag der Militäroperation Oluja hat für die Bürger von Knin eine tiefe Symbolik, und starke Emotionen verbinden auch den Bürgermeister selbst mit diesem Datum. "Die erste Hochzeit im freien Knin war genau meine, und damals hatten wir auch die Taufe unserer Tochter", erinnerte sich Ćaćić.
Die Liebe führte aus der Ukraine nach Knin
Die Geschichte von Knin als einem Ort, an den man nicht nur zurückkehrt, sondern auch zuzieht, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, bestätigt Oksana Slobodian. Sie kam aus der Ukraine nach Kroatien, von Gefühlen geleitet, und heute führt sie in Knin erfolgreich einen Handwerksbetrieb für Innenausstattung. "Ich bin wegen der Liebe nach Knin gekommen. Die Ankunft ins Unbekannte hat mir Angst gemacht, weil ich nicht wusste, was mich erwartet, aber heute ist Knin mein Zuhause", erzählte Oksana. Mit einem Lächeln erinnerte sie sich auch an eine der ersten Kleinigkeiten, die sie nach dem Umzug überraschten. "Ich fragte meinen Mann, wie wir ins Zentrum kommen, und er zeigte mir nur, dass wir zu Fuß gehen. Ich brauchte Zeit, um mich an diese Lebensweise zu gewöhnen", fügte sie hinzu.
So schreibt Knin nach und nach eine neue Geschichte über sich. Ein Ort, an den Menschen zurückkehren, zuziehen, Firmen gründen und Chancen schaffen, zeugt davon, dass Fortschritt nicht über Nacht entsteht, sondern das Ergebnis täglicher Mühe und Optimismus seiner Bewohner ist.