Die amerikanischen Streitkräfte haben während des Krieges mit dem Iran und der früheren Kampagne der Operation Epic Fury "fast alle" ihrer Präzisionsraketen mit großer Reichweite verbraucht, wie Reuters aus eingeweihten Kreisen erfahren hat. Diese Nachricht, veröffentlicht am Mittwoch, dem 6. August 2026, hat eine Welle der Besorgnis über die Bereitschaft des Pentagons für potenzielle zukünftige Konflikte mit Russland und China ausgelöst.
Zwei anonyme Quellen bestätigten gegenüber Reuters, dass "Washington fast alle diese Waffen verbraucht hat", wobei sie sich hauptsächlich auf die Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und die Precision Strike Missiles (PrSM) bezogen. Die Nachricht kommt nach einer Reihe von Medienberichten und Analysen von Think Tanks, die bereits vor sinkenden Beständen gewarnt hatten, sowohl wegen des Krieges im Nahen Osten als auch wegen der jahrelangen kontinuierlichen Militärhilfe für die Ukraine.
Eine Million Dollar pro Stück und Risiko für Piloten
Der Ersatz dieser hochentwickelten Waffensysteme ist nicht nur langwierig, sondern auch äußerst teuer. Eine einzige ATACMS-Rakete kostet etwa eine Million Dollar. Die Folgen der Knappheit könnten weitreichend sein. Im Falle einer Wiederaufnahme der intensiven Bombardierung des Iran wären die amerikanischen Streitkräfte gezwungen, riskantere Luftangriffe mit Piloten durchzuführen, anstatt sich auf präzise Schläge aus sicherer Entfernung zu verlassen.
Eine weitere bedeutende Konsequenz ist die verringerte Fähigkeit zur Abschreckung globaler Rivalen. "Da sich der Krieg hinzieht, haben drei mit der Situation vertraute Personen ihre Besorgnis geäußert, dass der Rückgang der Raketenbestände die Fähigkeit der USA einschränken könnte, Gegner, einschließlich Russland und China, abzuschrecken", berichtet Reuters. Eine vierte Quelle fügt hinzu, dass das Central Command, zuständig für die amerikanischen Streitkräfte im Nahen Osten, fast alle Bodenraketen verbraucht hat, die es vor dem Krieg hatte, sich aber aus anderen amerikanischen Militärbeständen weltweit versorgt.
Trump und Hegseth weisen Vorwürfe empört zurück
Die Administration von Präsident Donald Trump hat scharf auf diese Berichte reagiert. Der Präsident erklärte zu den weit verbreiteten Gerüchten über erschöpfte Bestände: "Unsere Verteidigungsunternehmen produzieren derzeit mehr Munition als je zuvor, mit einer Erweiterung ihrer Fabriken und Ausrüstung auf Rekordniveau."
Noch schärfer äußerte sich Kriegsminister Pete Hegseth. Auf der Social-Media-Plattform X kritisierte er direkt den Fernsehsender CNN, dessen Bildschirmbanner übermittelte: "Quelle: USA haben fast 80% der wichtigsten Raketenabfangsysteme im Krieg mit dem Iran verbraucht, oberste Befehlshaber warnen, dass die Bestände gefährlich niedrig sind." Hegseth konterte: "Dieses Banner ist NICHT WAHR, CNN. Schande über euch." Im Anschluss fügte er hinzu: "Wir hassen die Medien mit Fake News nicht genug."
Kritiker: 'Wie läuft der Krieg?'
Der Reuters-Bericht hat auch Spekulationen ausgelöst, dass Trumps Wochenend-Abkehr von geplanten "härteren" Angriffen auf den Iran möglicherweise teilweise durch Warnungen des Pentagons vor sinkenden Beständen und konventionellen Fähigkeiten zur Durchführung von Langstreckenraketenangriffen motiviert war. Kriegskritiker hatten von Anfang an genau vor diesem Szenario der Erschöpfung militärischer Bestände gewarnt und betont, dass der Krieg nicht im Interesse Amerikas liege, sondern in erster Linie dem Schutz Israels diene.
Der Kritiker Mark Ames fasste die Frustration in einem Tweet vom 4. August 2026 zusammen: "Uns sind die wichtigsten Verteidigungswaffensysteme ausgegangen, und jetzt haben wir auch keine wichtigen Offensivwaffen mehr. Außerdem, wie läuft der Krieg?" Die Situation wird zusätzlich durch die Tatsache erschwert, dass in den ersten Wochen der Operation Epic Fury mindestens 13 amerikanische Stützpunkte im Nahen Osten getroffen und beschädigt wurden, was zum Rückzug der Streitkräfte von den vordersten Linien und zu milliardenschweren Schäden an Energieanlagen in der Region führte.