Varaždin besiegte am Sonntag, dem 4. August 2026, auf eigenem Platz Hajduk mit 2:1 im Spiel der ersten Runde der SuperSport HNL. Die Begegnung war von einem dramatischen Finale geprägt, in dem der Heimtorwart Josip Silić in der 90. Minute einen Elfmeter von Marko Livaja parierte. Eine besondere Note erhält die Geschichte durch die Tatsache, dass fünf Spieler von Varaždin einst die Jugendabteilung von Hajduk durchliefen.
Canjuga: 'Kann alles mit dem Ball, aber ist zu klein'
Die interessanteste Geschichte dreht sich um den 20-jährigen Mittelfeldspieler Ivan Canjuga. Vor zehn Jahren kam er auf Einladung des damaligen Leiters der Hajduk-Akademie nach Split zum Probetraining. Dort verbrachte er zwei Wochen, danach wurde seinen Eltern mitgeteilt, dass er, obwohl er 'alles mit dem Ball kann', einfach zu klein für eine weitere Karriere im Klub aus Split sei.
Sein Fußballweg führte ihn weiter nach Varaždin, dann wechselte er als Kadett zu Lokomotiva, um letzten Winter zu seinem Heimatverein zurückzukehren. Trainer Šafarić fand für ihn eine Position als defensiver Mittelfeldspieler, und heute ist er einer der Schlüsselspieler der Mannschaft. Gegen Hajduk glänzte er erneut, indem er Mario Mladenovski das 1:0 für Varaždin auflegte.
Wer trug alles das Hajduk-Trikot?
Neben Canjuga teilen auch der Torschütze des Siegtores Luka Mamić, der bis zur Juniorenzeit bei Hajduk war, und der Stürmer Ivan Mamut die Hajduk-Vergangenheit. Mamut war in derselben Generation wie der kroatische Nationalspieler Nikola Vlašić und betonte mehrfach, dass sich in den Jugendkategorien alles um ihn drehte.
Eine Chance in der ersten Mannschaft von Hajduk erhielten auch Škaričić und Luka Posinković nicht, die ebenfalls die Akademie in Split durchliefen. Interessanterweise war der Held des Spiels, Torwart Josip Silić, Bruder von Hajduks Torwart Toni Silić, nie Teil des Klubs aus Split. Sein Fußballweg ist ausschließlich mit Dugopolje verbunden.
VAR-Drama und Schiedsrichteranalyse
Das Spiel war auch von einer großen Schiedsrichterkontroverse im Finale geprägt. In der 88. Minute verhängte Schiedsrichter Patrik Kolarić zunächst einen indirekten Freistoß für Hajduk und verwarnte den Stürmer der Gäste wegen Simulation. Doch nach einer Intervention des VAR-Raums, in dem Igor Pajač und Luka Pušić saßen, sah sich Kolarić die Aufnahme an und änderte seine Entscheidung.
In der veröffentlichten Audioaufnahme der Kommunikation ist zu hören, wie Kolarić eine detaillierte Überprüfung verlangt:
"Gebt mir die volle, gebt mir die volle. Gebt mir in voller Geschwindigkeit. Ich sehe das Knie. Ich werde die Gelbe Karte zurücknehmen und auf Strafstoß entscheiden, okay."
Der Chef der kroatischen Schiedsrichter, Bertrand Layec, veröffentlichte am Dienstag die Schiedsrichteranalyse der ersten Runde, in der er die VAR-Intervention und die endgültige Entscheidung vollständig unterstützte. Die Schiedsrichterkommission hob in ihrer Analyse mehrere Schlüsselelemente hervor:
"Der Verteidiger berührt den Ball nicht", "Die Bewegung des rechten Beins des Verteidigers im Verhältnis zum Bein des Angreifers ist offensichtlich und stellt ein Hindernis in der Bewegung dar" und "Der Kontakt mit dem Bein des Angreifers ist offensichtlich".
Gesänge mit zusätzlichem Reiz
Nach dem Spiel bemerkte ein Kollege Journalist mit einer Prise Humor, dass die Fans von Varaždin "Hajduk-H***n" skandierten und fragte sich, ob diese Rufe genau an Mamut, Mamić und Škaričić gerichtet waren, die Spieler, die einst Teil des Klubs aus Split waren.
Die Torschützen für Varaždin waren Mario Mladenovski und Luka Mamić, während Rokas Pukštas das einzige Tor für Hajduk erzielte. Dennoch war die gesamte Aufmerksamkeit nach dem Spiel auf Josip Silić gerichtet, der in der 90. Minute den Elfmeter von Livaja parierte und seinem Klub damit die ersten drei Punkte der neuen Saison sicherte.