Der Verein Tierfreunde hat die Stadt Zagreb aufgefordert, die Finanzierung von Zucht, Anschaffung und Austausch von Tieren im Zoo Zagreb einzustellen. Anlass ist der kürzliche Tod der Löwin Tayri. Dabei betont der Verein, dass die Kosten für den Unterhalt des Zoos nicht in erster Linie von den Besuchern getragen werden, sondern von allen Bewohnern der Hauptstadt über den Haushalt.
Drei Viertel der Kosten lasten auf den Steuerzahlern
Nach Angaben des Vereins deckt die Stadt Zagreb etwa 75 Prozent der Betriebskosten des Zoos, während nur ein kleinerer Teil durch den Verkauf von Eintrittskarten gedeckt wird. Die Folge ist, dass auch diejenigen die Kosten tragen, die den Zoo nie betreten, sowie Bürger, die es für inakzeptabel halten, dass öffentliche Gelder im 21. Jahrhundert für die Haltung wilder Tiere in Gefangenschaft zur Unterhaltung verwendet werden.
"Die Löwin Tayri und der Löwe Uganda wurden aus anderen Zoos nach Zagreb gebracht, um zur Fortpflanzung zusammengeführt zu werden. Nachdem Tayri aufgrund dieses erbarmungslosen und unnatürlichen Systems der Zoos ums Leben kam, wird bereits über die Möglichkeit gesprochen, eine andere Löwin zu holen, was wir für völlig inakzeptabel halten", erklärten die Tierfreunde in einer am 3. August 2026 veröffentlichten Mitteilung.
Zucht in Käfigen rettet Löwen in freier Wildbahn nicht
Der Verein warnt davor, dass die Zucht in Zoos der Öffentlichkeit oft als Beitrag zum Artenschutz verkauft wird, doch die Realität sieht anders aus. Ein Löwe, der in Zagreb geboren wird, bleibt innerhalb des Netzwerks zoologischer Einrichtungen, wird von einem Zoo zum anderen transportiert und dient als Attraktion. Seine Geburt trägt nicht zum Schutz natürlicher Lebensräume bei, bekämpft nicht die Wilderei und löst nicht die Gründe, warum Löwen in der Natur verschwinden.
"Ein solches System ist keine gerechtfertigte Investition", betont der Verein und fügt hinzu, dass Zoos keine glaubwürdige Bildung bieten, da die Tiere dort nicht ihr für ihre Lebensräume charakteristisches Verhalten ausleben können. Kindern werde dadurch die Botschaft vermittelt, dass es völlig in Ordnung sei, wilde Tiere zur Unterhaltung gefangen zu halten.
Abschaffung der Subventionen und volle Ticketpreise
Die Tierfreunde halten die Millionen Euro, die jährlich für den Betrieb des Zoos zur Aufrechterhaltung einer Tiersammlung zur Unterhaltung der Besucher ausgegeben werden, für ungerechtfertigt. "Ein solches System sollte nicht mit öffentlichen Geldern finanziert werden. Die Stadt Zagreb sollte die Finanzierung von Zucht und Anschaffung neuer Tiere einstellen, während die Besucher den vollen Eintrittspreis zahlen sollten", so der Verein.
Sie schlagen vor, das Geld, das derzeit in den Zoo fließt, schrittweise in die Umwandlung des Geländes in ein modernes Bildungs-, Wissenschafts- und Tourismuszentrum ohne gefangene Tiere sowie in andere kulturelle, bildungsbezogene Programme und Projekte zum echten Schutz von Tieren umzuleiten.
"Öffentliche Gelder müssen einen klaren öffentlichen Nutzen und eine Rechtfertigung haben, was beim Zoo nicht der Fall ist", so der Verein.
Forderung an die Stadt: Stopp für neue Käfige und Tiere
Abschließend betont der Verein, dass weder die Anschaffung einer neuen Löwin noch deren Zucht noch die Finanzierung solcher Aktivitäten aus öffentlichen Mitteln erlaubt werden dürfe. "Wir erwarten von der Stadt Zagreb, dass sie die Schaffung neuer Gefangener verbietet und die Finanzierung eines solchen Systems einstellt. Die Bürger wollen nicht für neue Käfige und neue Tiere zahlen, die darin leiden werden", schließen die Tierfreunde.