Nach den erheblichen Kraftstoffpreiserhöhungen der letzten Woche zeigt eine neue Analyse, wie tief die Preise an den Tankstellen in die Haushaltsbudgets eingreifen. Das Füllen eines 50-Liter-Tanks kann einem Kroaten mit Durchschnittsgehalt je nach Gespanschaft, in der er lebt, zwischen 4,58 und sogar 6 Prozent des Nettoeinkommens "wegfressen".
Die Analyse, die auf Daten des Staatlichen Statistikamts (DZS) und der Plattform für intelligentes Einkaufen Shoptok.hr basiert, nimmt die Gespanschaft Vukovar-Srijem unter die Lupe, deren Bewohner zu den am stärksten Betroffenen im ganzen Land gehören.
Dritter Platz auf der schwarzen Liste der Belastung
Nach Angaben des DZS für das erste Quartal 2026 betrug das durchschnittliche Nettoeinkommen in der Gespanschaft Vukovar-Srijem 1.378 Euro. Mit den aktuellen Kraftstoffpreisen, die bis zum 11. August gelten, geben die Bewohner dieser Gespanschaft für 50 Liter Benzin 5,88 Prozent ihres Gehalts aus. Für die gleiche Menge Diesel, der teurer ist, werden sogar 6,35 Prozent des monatlichen Einkommens aufgewendet.
Das ist 11,2 Prozent mehr im Vergleich zum kroatischen Durchschnitt, der für Benzin 5,29 Prozent und für Diesel 5,72 Prozent des Gehalts beträgt. Auf der Rangliste aller 21 Gespanschaften, geordnet von der geringsten zur höchsten Belastung, belegt die Gespanschaft Vukovar-Srijem den dritten Platz, was bedeutet, dass der Schlag auf das Budget ihrer Bürger zu den schwersten im Land gehört.
Zagreber atmen an der Tankstelle viel leichter
Am anderen Ende des Spektrums liegt die Stadt Zagreb. Mit einem Durchschnittsgehalt von 1.769 Euro geben Zagreber für einen vollen Benzintank nur 4,58 Prozent ihres Einkommens aus, das ist das günstigste Verhältnis im Land.
Der absolute Rekordhalter beim ungünstigen Verhältnis ist die Gespanschaft Virovitica-Podravina, wo das Durchschnittsgehalt 1.350 Euro beträgt und dasselbe Tankfüllen 6 Prozent des Monatsbudgets ausmacht. Der Gehaltsunterschied zwischen diesen beiden Regionen beträgt 419 Euro pro Monat, also fast 31 Prozent. Obwohl ein Fahrer an der Tankstelle in Virovitica und in Zagreb den identischen Betrag zahlt, ist die Belastung, die diese Kosten für das Haushaltsbudget darstellen, dramatisch unterschiedlich.
Fast zehn Stunden Arbeit für einen Tank
Wenn man die Kraftstoffkosten in Arbeitsstunden umrechnet, wird der Unterschied noch greifbarer. Ein durchschnittlicher Bewohner der Gespanschaft Virovitica-Podravina muss für die Bezahlung eines vollen Benzintanks etwa 9,6 Stunden arbeiten. Für die gleiche Menge Kraftstoff muss ein Bewohner der Stadt Zagreb 7,3 Stunden arbeiten.
Slawonien unter Druck, Tourismusgespanschaften überraschen
Die Analyse zeigt klare regionale Muster. Vier der sechs Gespanschaften mit der höchsten Belastung durch Kraftstoffkosten am Gehalt liegen in Slawonien: neben den bereits erwähnten Virovitica-Podravina und Vukovar-Srijem sind das auch Brod-Posavina und Požega-Slawonien. Die restlichen zwei sind Bjelovar-Bilogora und Lika-Senj.
Interessant ist auch, dass geografische Nähe keine wirtschaftliche Ähnlichkeit garantiert. Die Stadt Zagreb zum Beispiel unterscheidet sich von der benachbarten Gespanschaft Zagreb um 212 Euro beim Durchschnittsgehalt. Ähnlich verzeichnen zwei tourismusorientierte Gespanschaften, Istrien und Split-Dalmatien, unterschiedliche Positionen auf der Rangliste. Istrien liegt auf Platz 10, während Split-Dalmatien deutlich niedriger auf Platz 16 liegt, was auf eine geringere Belastung der Gehälter ihrer Bewohner durch Kraftstoffkosten hindeutet.
Obwohl die Daten auf den ersten Blick suggerieren, dass Bewohner von Gespanschaften mit geringerer Belastung an der Tankstelle besser dastehen, ist das Bild nicht vollständig. Höhere Wohnkosten, Mieten und Dienstleistungen in städtischen Gebieten wie Zagreb können diesen scheinbaren Vorteil oft zunichtemachen. Dennoch bleibt der Kraftstoffpreis, der im ganzen Land einheitlich ist, einer der direktesten und verständlichsten Indikatoren dafür, wie sehr sich die tatsächliche Kaufkraft von Gespanschaft zu Gespanschaft unterscheidet.