Pupovac beruft außerordentliche Pressekonferenz ein
Der Vorsitzende des SDSS kritisiert politische Akteure und Medien für ihr Schweigen, nachdem ein ehemaliger HOS-Kommandant in Knin ein Ustascha-Lied gesungen hatte.
Der Vorsitzende des SDSS kritisiert politische Akteure und Medien für ihr Schweigen, nachdem ein ehemaliger HOS-Kommandant in Knin ein Ustascha-Lied gesungen hatte.
Milorad Pupovac, Vorsitzender des SDSS und Abgeordneter im kroatischen Parlament, hat für Freitag um 10:30 Uhr eine außerordentliche Pressekonferenz in den Räumlichkeiten des Serbischen Nationalrats (SNV) in Zagreb einberufen. Anlass sind, wie angekündigt, "Aufrufe zu Gewalt und Hassrede, die am 5. August nachmittags in Knin zu hören waren".
Pupovac, der zugleich Vorsitzender des Parlamentarischen Ausschusses für Menschenrechte und Rechte nationaler Minderheiten ist, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, weil nach Angaben des SNV weder politische Akteure noch Medien auf die fraglichen Vorfälle reagiert haben.
Der Vorfall bezieht sich auf den Ausfall des ehemaligen Kommandeurs des IX. Bataillons der HOS 'Rafael Boban', Marko Skeja. Er sang in einem Restaurant in Knin, begleitet von einer Gruppe von Musikern und Freunden in schwarzen Uniformen, das Ustascha-Lied "Evo Jure i Bobana".
Die Aufnahme wurde zunächst auf der Facebook-Seite HOS - Kroatische Verteidigungskräfte veröffentlicht, aber kurz nachdem die Medien darüber berichtet hatten, wieder gelöscht. Es handelt sich um ein Lied, das die Kommandeure der Ustascha-Schwarzen Legion, Jure Francetić und Rafael Boban, verherrlicht, und in dessen Texten die Ustascha-Bewegung, der Poglavnik Ante Pavelić, sowie der Gruß "Za dom spremni" gefeiert werden.
Die außerordentliche Pressekonferenz ist für 10:30 Uhr in den Räumlichkeiten des SNV in Zagreb angekündigt. Es wird erwartet, dass Pupovac ausführlich auf die Besorgnis über die Botschaften eingehen wird, die am Jahrestag der Operation Oluja in Knin erklangen, und konkrete Kritik am Ausbleiben einer öffentlichen Reaktion äußern wird.