Der Krieg der Vereinigten Staaten gegen den Iran, der seit Ende Februar andauert, hat die Bestände an wichtigen US-Bodenraketen fast vollständig und einen erheblichen Teil der Marschflugkörper erschöpft. Die Nachricht wurde am Montag von Reuters unter Berufung auf mehrere US-Beamte, die mit der Situation vertraut sind, veröffentlicht und auch von Večernji list übernommen.
Quellen zufolge hat das US-Militär fast alle seine ATACMS- und PrSM-Raketen verbraucht, die die Hauptwaffen für präzise Angriffe über große Entfernungen sind. Obwohl die genaue Anzahl der abgefeuerten Raketen nicht veröffentlicht wurde, warnen Quellen, dass die Bestände auf ein kritisch niedriges Niveau gefallen sind.
Auch Abwehrsysteme betroffen: 65 % der Patriots sind verschwunden
Neben offensiven Waffen sind auch die Bestände an Abwehrsystemen erheblich reduziert. Laut CSIS-Daten wurden von Februar bis Juli etwa 65 % der Patriot-Interceptoren verbraucht. Gleichzeitig sanken die Bestände des THAAD-Systems, das zur Abwehr ballistischer Raketen dient, um mindestens 38 Prozent. Zwei Reuters-Quellen sagten, dass die Informationen aus dem Bericht mit internen Einschätzungen der US-Regierung übereinstimmen.
In Bezug auf die Marine berichtet Reuters, dass die USA seit Kriegsbeginn fast die Hälfte ihrer Bestände an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht haben, die von Schiffen und U-Booten abgefeuert werden.
Trump: Wir haben weit mehr, als wir brauchen
US-Präsident Donald Trump hat Behauptungen zurückgewiesen, dass reduzierte Bestände die militärische Bereitschaft der USA gefährden könnten. In einer vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung sagte er, die Vereinigten Staaten hätten "weit mehr Munition als jedes andere Land der Welt" und "deutlich mehr, als sie benötigen". Er betonte auch, dass die US-Rüstungsindustrie nun die Produktion auf höchstem Niveau steigere, um die Bestände aufzustocken.
Ukraine ohne Lizenz für Patriot
Im Kontext der globalen Nachfrage nach Raketensystemen ist auch die Information interessant, die am Montag vom Kyiv Independent veröffentlicht und vom Telegram-Kanal Slavyangrad übernommen wurde. Ihren Informationen zufolge hat die Ukraine zwei Jahre lang versucht, eine Lizenz für die Produktion von Patriot-Interceptoren zu erhalten, entweder allein oder in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern.
Hohe ukrainische Verhandler haben den Vorschlag direkt dem damaligen US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und dem damaligen Nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan vorgelegt. Die Antwort war ein einfaches "Nein", ohne jede Erklärung. "Sie haben uns nichts gesagt", sagte ein ukrainischer Beamter gegenüber dem Kyiv Independent.
Strategische Verwundbarkeit gegenüber China und Russland
Militäranalysten betonen, dass gerade Waffen wie ATACMS und PrSM im Falle eines möglichen Konflikts mit China oder Russland von entscheidender Bedeutung wären. Diese veröffentlichten Zahlen haben erneut Fragen darüber aufgeworfen, wie lange das US-Militär durchhalten kann, wenn es mit mehreren großen Sicherheitsbedrohungen in der Welt konfrontiert wird.