Das Raketenschnellboot der kroatischen Marine RTOP-21 "Šibenik", ein Schiff mit einer außergewöhnlich reichen Kriegsvergangenheit, erregte heute Morgen an der Westküste von Split große Aufmerksamkeit bei den Einwohnern und Passanten. Das Schiff kam als eines der Schlüsselsymbole im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges und der Heimatdankbarkeit, zum Tag der kroatischen Verteidiger sowie zum 31. Jahrestag des Beginns der Militäroperation "Oluja" in die Stadt.
Nach dem morgendlichen Protokoll, das die Ehrung der Verteidiger, das Herablassen der großen kroatischen Fahne von der Fassade der Stadtverwaltung und die Kranzniederlegung sowie anschließende Pressegespräche umfasste, folgte die Besichtigung des Schiffes. Tomislav Šuta, Bürgermeister von Split, und Blaženko Boban, Präfekt der Gespanschaft Split-Dalmatien, besichtigten zusammen mit Delegationen der Stadt und der Gespanschaft, Mitgliedern von Veteranenverbänden und anderen Gästen das Schnellboot. Dabei lernten sie dessen technische Möglichkeiten und seine ruhmreiche Geschichte in der kroatischen Flotte kennen.
Von der Kraljevica-Werft bis zur Küste von Split
Ursprünglich war geplant, dass die RTOP-12 "Kralj Dmitar Zvonimir" an der Westküste anlegt, doch es kam zu einer nachträglichen Änderung, und stattdessen traf die "Šibenik" ein. Dieses Raketenschnellboot ist 45 Meter lang, 8,4 Meter breit und hat eine maximale Verdrängung von 260 Tonnen. Es kann eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Knoten erreichen, und die Besatzung besteht aus etwa dreißig Mann. Was die Bewaffnung betrifft, ist es mit einem Buggeschütz Bofors Kaliber 57 mm und einem rotierenden Geschütz AK-630M mit sechs Rohren Kaliber 30 mm ausgestattet und ist auch für den Einsatz von Seezielflugkörpern RBS-15B ausgelegt.
Das Schiff wurde in der Werft Kraljevica gebaut und 1977 vom Stapel gelassen. Ursprünglich fuhr es unter der Flagge der jugoslawischen Kriegsmarine und trug die Kennung RTOP-402. Zu Beginn des Kroatienkrieges befand es sich in der Werft in Šibenik zur Überholung und Modernisierung, wo es 1991 in die Hände der kroatischen Streitkräfte fiel. Es wurde am 28. September 1991 offiziell in den operativen Bestand der kroatischen Marine aufgenommen und in "Šibenik" umbenannt.
Kriegsweg und heutige Symbolik
Während des Kroatienkrieges erfüllte die "Šibenik" verschiedene Aufgaben, vom Schutz des kroatischen Hoheitsgewässers bis zur direkten Unterstützung von Landeinheiten. Sie nahm an Kampfhandlungen im Süden Kroatiens und um Šibenik teil, an der Operation "Maslenica", und spielte auch eine bedeutende Rolle bei der Sicherung des südlichen Teils der Adria während der Operationen "Bljesak" und "Oluja". Gerade wegen dieses Kriegsweges und des jahrzehntelangen Dienstes hat ihr heutiges Anlegen in Split zusätzliches Gewicht.
Das Erscheinen des Kriegsschiffes stieß bei den Bürgern an der Westküste auf großes Interesse, und besonders beeindruckend war die Tatsache, dass sich die "Šibenik" genau zum Jahrestag der "Oluja" in der Stadt befand. Nach Abschluss des morgendlichen Programms wird die zentrale Feier mit einem Dankgottesdienst in der Kirche Unserer Lieben Frau von der Gesundheit fortgesetzt, danach folgt ein feierlicher Marsch der Veteranen mit Kriegsfahnen durch das Zentrum von Split, und die Abschlussveranstaltungen sind für den Abend an der Riva geplant.