Obwohl seit ihrem Bau mehr als vier Jahrzehnte vergangen sind, zieht das Kaufhaus Izbor im montenegrinischen Bar noch immer die Blicke der Passanten auf sich. Sein ungewöhnliches Aussehen, das an ein Science-Fiction-Raumschiff erinnert, wird mit den Worten beschrieben: "Als wäre ein Raumschiff gelandet."
Architektonisches Wunder des späten Modernismus
Der Autor der Instagram-Seite "Geheimnisse der serbischen Geschichte", Rade Milić, betont, dass Touristen auch heute noch vor dem Gebäude stehen, es fotografieren und versuchen zu ergründen, worum es sich handelt. Das Gebäude wurde 1984 vom Architekten Batrić Mijović ausschließlich als Kaufhaus entworfen, und die Konstruktion ist so gelöst, dass die Last auf Stützen übertragen wird, ohne tragende Innenwände. Dadurch entstand ein riesiger offener Verkaufsraum, was zu jener Zeit eine äußerst moderne architektonische Lösung war.
Das Bauwerk gehört dem späten Modernismus an, mit ausgeprägten Elementen des Brutalismus. Seine charakteristischen Kuppeln sind so geformt, dass sie der Silhouette der Berge folgen, die Bar umgeben, schrieb Milić auf seiner Instagram-Seite.
Drei abgeschnittene Kegel ohne Wände
Laut dem Lexikon der bildenden Künste Montenegros gehörte Izbor damals zu den größten Kaufhäusern Jugoslawiens. Das Gebäude besteht aus drei Objekten in Form abgeschnittener Kegel, die in einer Anordnung zueinander stehen, die an eine Bienenwabe erinnert. Es handelt sich um Objekte ohne Wände, mit sekundären Fenstern und völlig freien Grundrissen, was sie technologisch funktional für große Handelssysteme macht. Die Konstruktion besteht aus Montagerahmen mit nur wenigen Trägern, wodurch der Eindruck entsteht, das Gebäude schwebe.
Im selben Lexikon wird erwähnt, dass das Werk auf dem Kontrast zur orthogonalen städtebaulichen Matrix von Novi Bar basiert. In der Horizontalen stützt es sich auf sechseckige Grundflächen, in der Vertikalen wächst es pilzförmig empor, völlig entgegengesetzt zur regelmäßigen Rechteckigkeit der Stadt, sowohl in der Vertikalen als auch in der Horizontalen.
Von Zweifeln zum Symbol der Riviera
Die einheimischen Bewohner suchten anfangs nach Mängeln, bemängelten, dass das Gebäude zu orientalisch aussehe und die Glasscheiben den starken Winden nicht standhalten würden. Doch gerade Izbor wurde mit der Zeit zum gefragtesten Motiv der Barer Riviera, sowohl für Einheimische als auch für Touristen. Auch heute, nach über 40 Jahren, bleibt es einer der meistfotografierten architektonischen Schätze auf dem Balkan.