Die Saudi Pro League startet am Donnerstag, den 13. August, in ihre vierte Saison, seitdem im Sommer 2023 eine beispiellose Ausgabensumme von 957 Millionen Dollar für Neuverpflichtungen floss. Auch wenn die Liga ohne Mohamed Salah auskommen muss, der sich dem saudischen Wettbewerb nicht angeschlossen hat, werden alle Augen weiterhin auf den 41-jährigen Cristiano Ronaldo gerichtet sein, berichtet der Guardian Sport.
Der portugiesische Kapitän von Al-Nassr ist nur noch 24 Tore von der magischen Marke von 1000 Karrieretoren entfernt. Angesichts seiner 102 Tore in 107 Ligaspielen für den saudischen Klub hat der fünffache Ballon-d'Or-Gewinner realistische Chancen, diesen historischen Meilenstein genau in dieser Saison zu erreichen.
Ronaldos Fehlen zum Saisonstart
Doch Ronaldo wird zum Saisonauftakt nicht dabei sein. Laut der saudischen Zeitung Arriyadiyah hat ihm der Klub nach seinen Einsätzen für Portugal bei der Weltmeisterschaft 2026 zusätzlichen Urlaub gewährt. Der Kapitän nutzte die freien Tage auch für seine Hochzeit mit dem argentinischen Model Georgina Rodriguez. Al-Nassr wird somit am Samstag, den 15. August, gegen Al-Fateh ohne seinen größten Trumpf antreten müssen, um den Meistertitel zu verteidigen, und drei Tage später folgt das Königspokal-Spiel gegen Al-Diriyah. Beide Partien finden in Riad statt.
Wende hin zu jüngeren Spielern
Während Ronaldo die letzten Kapitel seiner Karriere schreibt, versucht die saudische Liga eine Kehrtwende. Der Fokus liegt nicht mehr auf der Verpflichtung von Stars in fortgeschrittenem Alter, sondern auf jüngeren Spielern, die eines Tages durch eine Rückkehr nach Europa Gewinn bringen können. Der größte Sommertransfer bisher ist der 24-jährige niederländische Flügelstürmer Crysencio Summerville, den Al-Hilal für rund 80 Millionen Euro verpflichtete.
Al-Hilal, das im April vom Public Investment Fund verkauft wurde, verfügt weiterhin über einen beeindruckenden Kader. Neben Summerville sind dort Karim Benzema, Ruben Neves, Theo Hernandez, Yassine Bounou und Kalidou Koulibaly, und der Druck liegt auf Trainer Simone Inzaghi, den Titel in den blauen Teil von Riad zurückzuholen. In der vergangenen Saison blieb Al-Hilal über die gesamte Spielzeit ungeschlagen, doch das reichte nicht für den Titel, den ausgerechnet Al-Nassr holte.
Trainerwechsel und Ambitionen
Al-Nassr musste nach dem Titelgewinn im Mai auf Jorge Jesus verzichten, der Portugal übernahm. Ersetzt wurde er durch Ange Postecoglou, den ehemaligen Manager von Tottenham, der auf Sadio Mané, Kingsley Coman und João Félix zurückgreifen kann. Der Klub hat jedoch finanzielle Probleme, weshalb es bisher keine nennenswerten Verstärkungen gab.
Al-Ahli, zweifacher aufeinanderfolgender asiatischer Meister, der seit 1984 auf den zweiten SPL-Titel jagt, erlebte wenige Tage vor Saisonbeginn einen Schock, als Trainer Matthias Jaissle zu Newcastle wechselte. Ersetzt wurde er durch Marino Pusic, den ehemaligen Assistenten von Arne Slot, was in Dschidda nicht auf Begeisterung stieß. Al-Ittihad verpflichtete derweil den 38-jährigen Deutschen Jens Wissing, während Al-Qadsiah mit Brendan Rodgers und Unterstützung des Sponsors Aramco auf den ersten Titel seit 1984 abzielt, nachdem man in der vergangenen Saison den vierten Platz belegte.
Nationalmannschaft ohne Nutzen von Milliarden
Trotz der enormen Investitionen spürt die saudische Nationalmannschaft noch keinen Nutzen. Von den 26 Spielern, die bei der Weltmeisterschaft zum Einsatz kamen, spielt nur der rechte Verteidiger Saud Abdulhamid im Ausland, beim französischen Klub Lens. Das frühe Ausscheiden bei der WM hat Fragen aufgeworfen, ob ausländische Spieler das einheimische Talent ersticken, insbesondere auf kreativen und torgefährlichen Positionen. Der Standard der Klubs in asiatischen Wettbewerben ist gestiegen, aber die Nationalmannschaft wartet noch auf den echten Durchbruch.