Russische Streitkräfte haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag einen Angriff auf das Frachtschiff Mera Queen durchgeführt, das unter der Flagge von Guinea-Bissau Getreide aus dem ukrainischen Hafen Odessa transportierte. Bei dem Angriff kam ein Besatzungsmitglied ums Leben, und an Bord brach ein Feuer aus, bestätigte der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper.
Die Verwaltung der ukrainischen Häfen bestätigte, dass das Schiff Getreide für den Export transportierte. Das russische Verteidigungsministerium räumte Angriffe auf zwei Wasserfahrzeuge in der Nähe von Odessa ein, nannte jedoch keine konkreten Ziele. Der Vorfall ereignete sich am Mittwochabend im Schwarzen Meer und wurde am 6. August 2026 veröffentlicht.
Russlands Kampagne zur Abwürgung des ukrainischen Exports
Der Angriff auf die Mera Queen ist kein Einzelfall, sondern Teil einer systematischen russischen Offensive gegen die ukrainischen Seewege. Seit mehr als einem Monat bombardieren russische Streitkräfte fast täglich Häfen und Infrastruktur im Schwarzen Meer, um den Getreideexport zu stören, der eine wichtige Einnahmequelle für Kiew darstellt.
Diese Eskalation erfolgt mehr als vier Jahre nach Beginn der großen Invasion und zeigt, wie beide Seiten zunehmend wirtschaftliche Ziele des Gegners angreifen.
Ukraine antwortet mit Rekord-Drohnenangriff
Gleichzeitig hat die Ukraine einen der massivsten Drohnenangriffe auf russisches Territorium seit Kriegsbeginn durchgeführt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dass während der Nacht mehr als 600 ukrainische Drohnen abgeschossen wurden, die höchste Zahl seit Beginn der Invasion. Nach einigen Quellen erreichte die Zahl der abgeschossenen Fluggeräte 605, und sie wurden über mehr als 20 russischen Regionen sowie der annektierten Krim abgefangen.
Besonders schwer getroffen wurde die Region Jaroslawl, wo der Gouverneur den Abschuss von 92 Drohnen bestätigte. Trümmer der Fluggeräte verursachten Brände an mehreren Wohngebäuden und beschädigten Fahrzeuge, jedoch gab es keine Berichte über Verletzte.
Wildberries erneut im Visier
Unter den Zielen der ukrainischen Angriffe befand sich erneut Wildberries, der russische E-Commerce-Riese. Nach Angaben der Behörden in der Region Twer beschädigten Drohnentrümmer die Fassade eines der Logistikzentren des Unternehmens, jedoch ohne Verletzte. Seit Mitte Juli 2026 greift die Ukraine wiederholt das Logistiknetz von Wildberries an, das sie als strategisch betrachtet, da es eine Rolle bei der Warenverteilung in ganz Russland spielt.
Diese doppelte Eskalation zeigt, wie der Krieg zunehmend eine wirtschaftliche Dimension annimmt: Russland versucht, den ukrainischen Export über das Schwarze Meer zu ersticken, während Kiew mit Angriffen auf Logistikzentren und Vertriebsnetze Hunderte Kilometer von der Frontlinie entfernt antwortet. Obwohl es keine direkte Verbindung zu Kroatien gibt, könnte die Fortsetzung solcher Angriffe die globalen Getreidepreise und die Sicherheitsstabilität in Europa beeinflussen.