Russische Streitkräfte haben seit Anfang Juli 2026 mehr als 400.000 Quadratmeter ukrainischer Lager- und Logistikkomplexe zerstört, berichtet Forbes Ukraine, zitiert von Clash Report. Diese Fläche entspricht der Größe von 56 Fußballfeldern, und unter den Opfern der Angriffe befinden sich Namen der größten ukrainischen Handelsketten, Logistikbetreiber und internationalen Marken.
Systematische Zerstörung der Logistik
Nach verfügbaren Daten wurden Schlüsselakteure der ukrainischen Wirtschaft zum Ziel russischer Angriffe: die Handelsketten Fozzy Group, Novus, Rozetka und Epicentr, der Postdienst Nova Poshta, aber auch die Sportmarke Puma, der Ölhersteller Liqui Moly sowie Toyota Ukraine. Diese Zerstörung ist Teil eines größeren Musters; allein in der Region Kiew sind seit Beginn der Invasion in vollem Umfang über eine Million Quadratmeter Lagerfläche verloren gegangen, was etwa der Hälfte der Vorkriegskapazitäten entspricht.
Nächtlicher Angriff auf Tabakriesen
In der Nacht vom 4. auf den 5. August 2026 zerstörte ein russischer Angriff auf Kiew die Fertigwarenlager zweier Tabakriesen, Japan Tobacco International (JTI) und Imperial Brands Ukraine. Aus der Pressestelle von JTI bestätigte man gegenüber Ukrainska Pravda die Zerstörung, betonte jedoch, dass keiner der Mitarbeiter verletzt wurde. "Die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter bleiben die höchste Priorität des Unternehmens", so JTI, und fügte hinzu, dass man keine Störungen in der Versorgung der Einzelhandelsgeschäfte erwarte.
Imperial Brands Ukraine präzisierte nicht, ob es sich um dasselbe Lager handelt, schätzte den Schaden durch die jüngsten Angriffe jedoch auf "zig Millionen Griwna". Yevhen Kobets, Geschäftsführer von Imperial Brands Ukraine, erklärte gegenüber Ukrainska Pravda, der Angriff habe "kurzfristige Störungen bei der Produktversorgung bestimmter Standorte in der Hauptstadt" verursacht, und erinnerte daran, dass das Unternehmen den größten Schaden 2023 während eines direkten Angriffs erlitten habe.
Menschliche Opfer und zerstörte Lieferketten
In derselben Angriffswelle wurden das Logistikzentrum von NOVUS und zwei Distributionszentren von Silpo, führende ukrainische Supermarkt- und Einzelhandelsketten, beschädigt. Bei diesen Angriffen kamen sechs Mitarbeiter ums Leben. Die russischen Streitkräfte zerstörten auch vollständig das Logistiklager von Intertop Ukraine, ein Lager mit Puma-Produkten sowie die Lagerfläche des Logistikpartners von Bosch Ukraine. Nach ersten Informationen wurden alle auf diesem Gelände eingelagerten Bosch-Produkte zerstört.
Diese Angriffsserie stellt einen schweren Schlag für die bereits angeschlagene Logistikinfrastruktur des Landes dar, mit potenziell langfristigen Folgen für die Versorgung mit Konsumgütern in der gesamten Ukraine.