Die russischen Streitkräfte haben im Juli 2026 mehr als 8.300 Gleitbomben auf die Ukraine abgeworfen, die höchste monatliche Zahl seit Beginn der Invasion in vollem Umfang, teilte das ukrainische Verteidigungsministerium am Dienstag, den 4. August, mit. Der bisherige Rekord von 8.266 Bomben wurde einen Monat zuvor aufgestellt, was auf eine kontinuierliche Eskalation im Einsatz dieser verheerenden Waffe hindeutet.
Die Daten, die sich auf Zahlen des Generalstabs stützen, offenbaren das Ausmaß der Luftkampagne, die nicht nur militärische Stellungen an der Frontlinie ins Visier nimmt. Russische gelenkte Luftbomben, in der Ukraine oft als KABs bezeichnet, werden zunehmend gegen dicht besiedelte Wohngebiete in Städten eingesetzt, die relativ weit von der Frontlinie entfernt sind.
Verheerende Waffe mit großer Reichweite
Dabei handelt es sich um umgebaute Luftbomben, die mit Flügeln und präzisen Lenksystemen wie GPS, Laser oder Infrarot-Zielsuch ausgestattet sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Freifallbomben können KABs Dutzende Kilometer vor dem Aufprall gleiten, was russischen Flugzeugen, in der Regel vom Typ Su-34, ermöglicht, sie außerhalb der Reichweite der ukrainischen Luftverteidigung abzufeuern.
Die Größe der Gefechtsköpfe variiert je nach Modell und reicht von etwa 300 Kilogramm bis zu drei Tonnen, was ausreicht, um mehrstöckige Gebäude mit einem direkten Treffer zu zerstören. Trotz der Lenksysteme ist die Waffe oft ungenau und kann durch starke elektronische Kampfführung vom Kurs abgebracht werden. Ihr Einsatz ist für die ständigen zivilen Opfer in Frontstädten wie Slowjansk und Kramatorsk in der Oblast Donezk verantwortlich, manchmal auch in größeren regionalen Zentren wie Charkiw und Saporischschja.
Ukrainische Antwort: Drohnen und neue Operationen
Am selben Tag gab der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf seinem offiziellen Telegram-Kanal bekannt, dass er einen Bericht von Oleksandr Poklad vom Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) erhalten habe. "Ich habe dem Sicherheitsdienst der Ukraine neue Operationen genehmigt. Heute hat Oleksandr Poklad berichtet, was im Juli getan wurde. Wir haben Prioritäten für August festgelegt. Ich bin dem SBU für starke Positionen dankbar", schrieb Selenskyj.
Der Präsident hob besonders die Einheit "Alfa" des SBU hervor, die seinen Worten zufolge im Juli die erfolgreichste bei der Anzahl der Vernichtungen war. "Gerade 'Alfa' des Sicherheitsdienstes der Ukraine ist die Nummer 1 bei Vernichtungen. Wir haben am meisten geschafft. Einfach großartig!", sagte er.
Anschließend enthüllte Selenskyj beeindruckende Zahlen über ukrainische Drohnenangriffe. "Insgesamt wurden in diesem Juli an der Front von allen unseren Einheiten 30.272 Russen gerade mit Drohnen vernichtet. Das sind Getötete und schwer Verwundete. Und das ist nur das, was eine klare Video-Bestätigung hat", erklärte er und fügte hinzu, dass der Trend an der Front unverändert sei und die Russen jeden Monat etwa 30.000 Soldaten verlieren.
Neue Luftbedrohung und Appell für Luftverteidigung
In der Zwischenzeit gab die ukrainische Luftwaffe eine Warnung über den Start eines russischen Kampfflugzeugs MiG-31K heraus, das Träger aeroballistischer Raketen "Kinschal" ist. "MiG-31K ist in der Luft,, PS Bedrohung des Einsatzes aeroballistischer Raketen 'Kinschal'!", wurde auf dem Telegram-Kanal Operativno ZSU veröffentlicht.
In seiner Ansprache betonte Selenskyj die Bedeutung der Luftverteidigung als erste Priorität. "Es ist wichtig, dass die Partner die Ukraine hören und wissen, dass jedes Paket für unsere Luftverteidigung wirklich Leben schützt, Menschenleben", schloss der ukrainische Präsident.