Russische Geheimdienste planten Mord an deutschem Drohnenhersteller-Chef
Deutsche Sicherheitsbehörden vereitelten die Verschwörung nach Warnungen alliierter Geheimdienste, zwei Verdächtige wurden festgenommen.
Deutsche Sicherheitsbehörden vereitelten die Verschwörung nach Warnungen alliierter Geheimdienste, zwei Verdächtige wurden festgenommen.
Die deutschen Behörden haben einen Plan russischer Geheimdienste zur Ermordung von Stefan Thumann, dem Geschäftsführer des deutschen Drohnenherstellers Donaustahl, vereitelt. Die Verschwörung wurde dank der rechtzeitigen Reaktion der deutschen Sicherheitsbehörden aufgedeckt, die eine Warnung von Geheimdiensten der Partnerländer erhalten hatten.
Nach Informationen, die die Ukrainska Prawda unter Berufung auf die deutsche Zeitung Die Zeit veröffentlichte, nahm die deutsche Polizei im Frühjahr 2026 zwei Verdächtige fest: den ukrainischen Staatsbürger Serhij N. und die rumänische Staatsbürgerin Alla S. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, als Agenten eines ausländischen Geheimdienstes gehandelt zu haben. Ihre Anwälte lehnten es ab, den Fall gegenüber Journalisten zu kommentieren.
Die Festnahmeaktion wurde im März 2026 durchgeführt. Serhij N. wurde in Spanien festgenommen, wohin er zuvor mit seiner Familie geflohen war, während Alla S. im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen festgenommen wurde.
Nach den Ermittlungsergebnissen haben die Verdächtigen zwischen Dezember 2025 und März 2026 Thumann systematisch in der Nähe seiner Residenz beobachtet. Sie fotografierten und filmten sein Zuhause und den Firmensitz und sammelten online Informationen über ihn. Die Ermittler entdeckten auch mögliche Versuche, Thumanns Vater in der bayerischen Stadt Starnberg auszuspionieren, um den Aufenthaltsort des Sohnes zu ermitteln.
Der deutsche Geheimdienst erhielt im Dezember 2025 von einer Agentur Informationen über eine ernsthafte Gefahr für Thumann. Kurz darauf nahmen bayerische Polizisten Serhij N. fest und beschlagnahmten seine Mobiltelefone und kopierten große Datenmengen. Aufgrund zeitlicher Beschränkungen konnten die Geräte während seiner Haft nicht vollständig analysiert werden, und er wurde freigelassen. Die spätere Analyse zeigte, dass er wahrscheinlich Kontakt zu russischen Geheimdienstoffizieren hatte.
Stefan Thumann steht derzeit unter erhöhtem Schutz. In einem kürzlichen LinkedIn-Beitrag schrieb er: "Leider kann ich aus bestimmten Gründen nicht an Ausstellungen teilnehmen, aber wir werden uns sicherlich bald in anderen Formaten wiedersehen."
Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt erhält regelmäßig Berichte über diesen Fall. Die Ermittler halten Alla S. offenbar nicht für eine professionelle Agentin, sondern für eine unerfahrene Person.
Dieser Fall ist Teil eines breiteren Musters russischer Geheimdienstoperationen gegen Führungskräfte der europäischen Verteidigungsindustrie. Die Medien berichteten erstmals im Sommer 2024 über einen vereitelten Mordanschlag russischer Dienste auf den Geschäftsführer eines deutschen Waffenunternehmens. Im Januar 2025 bestätigte die NATO offiziell, dass Russland beabsichtigte, den Rheinmetall-Chef Armin Papperger zu töten, und fügte hinzu, dass die Pläne von amerikanischen und deutschen Geheimdiensten vereitelt wurden.