Fall Turudić erschüttert die kroatische Justiz
Nachdem das Verfassungsgericht eine Verletzung der Verfassung im Verfahren seiner Wahl festgestellt hatte, trat Ivan Turudić als Generalstaatsanwalt zurück und kehrt auf seine Richterposition zurück.
Nachdem das Verfassungsgericht eine Verletzung der Verfassung im Verfahren seiner Wahl festgestellt hatte, trat Ivan Turudić als Generalstaatsanwalt zurück und kehrt auf seine Richterposition zurück.
Ivan Turudić, dessen Ernennung zum Generalstaatsanwalt im April 2024 monatelange politische Kontroversen und Proteste auslöste, trat im Mai 2025 von diesem Amt zurück. Die Entscheidung erfolgte nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichts der Republik Kroatien, das feststellte, dass bei seiner Wahl verfassungsrechtliche Bestimmungen verletzt wurden.
Bevor er an die Spitze der Staatsanwaltschaft trat, war Turudić Präsident des Bezirksgerichts in Zagreb. Im Laufe seiner Karriere erwarb er sich den Ruf eines Richters, der an komplexen Strafsachen arbeitet, einschließlich solcher im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität.
Schon die Ernennung selbst war von Anfang an von Misstrauen in seine Unparteilichkeit überschattet. Die Öffentlichkeit wurde durch Berichte über seine Kommunikation mit dem verurteilten Unternehmer Josip Rimac beunruhigt, was die Opposition als Schlüsselargument für seine Absetzung nutzte. Zusätzliche Kritik provozierten auch seine öffentlichen Äußerungen zu sensiblen politischen Themen, die laut Kritikern die Wahrnehmung der für dieses Amt notwendigen professionellen Neutralität beschädigten.
Die politischen Spannungen erreichten ihren Höhepunkt mit der Enthüllung, dass Turudić möglicherweise an unangemessener Kommunikation mit Politikern beteiligt war, was das Vertrauen in die Unabhängigkeit des Justizsystems weiter erschütterte.
Nach seinem Rücktritt kündigte Turudić an, auf seine Position als Richter am Bezirksgericht in Zagreb zurückzukehren, von der aus er zur Spitzenposition in der Staatsanwaltschaft gewechselt war. Dennoch wird seine Rückkehr nicht ohne Aufsicht erfolgen, da die Möglichkeit der Einleitung von Disziplinarverfahren besteht.
Der Fall Turudić hat tiefgreifende Fragen über den Prozess der Ernennung von Schlüsselpersonen der Justiz in Kroatien, die Transparenz solcher Verfahren und die Mechanismen zum Schutz der Justiz vor politischem Einfluss aufgeworfen.