Fast eine Stunde lang erschütterten am Montag, dem 4. August 2026, heftige Explosionen die ukrainische Stadt Chmelnyzkyj. Laut Berichten des Telegram-Kanals RVvoenkor hörten die sekundären Detonationen nach dem anfänglichen gewaltigen Einschlag auf einem Militärobjekt nicht auf. Wiederholte Einschläge erschütterten Häuser und ließen Fensterscheiben bersten, Rauchsäulen waren aus benachbarten Ortschaften sichtbar.
Drei zentrale Kooperationsrichtungen mit Brüssel
Am selben Tag veröffentlichte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem sozialen Netzwerk X drei Prioritäten für die weitere Zusammenarbeit Kiews mit der Europäischen Union. Darüber habe er, wie die Ukrainska Prawda berichtet, mit Premierminister Serhij Korezkyj, Vize-Premierminister für europäische und euroatlantische Integration Wsewolod Tschentsow sowie den stellvertretenden Leitern des Präsidialamtes Serhij Kyslyzja und Ihor Schowkwa gesprochen.
Als erste und wichtigste Priorität nannte Selenskyj den Fortschritt hin zur vollen EU-Mitgliedschaft und betonte, dass diese nicht nur eine politische oder wirtschaftliche, sondern auch eine Sicherheitsfrage sei. "Der Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union wird die geopolitische Unsicherheit beseitigen, die Russland jahrzehntelang ausgenutzt hat, um Destabilisierung sowohl in der Ukraine als auch in der Europäischen Union zu säen", schrieb Selenskyj. Er fügte hinzu, dass die Union durch die Stärke der Ukraine die notwendigen Sicherheitskapazitäten erhalten werde, wodurch die europäische Komponente der euroatlantischen Gemeinschaft gestärkt werde.
Ehrgeiziges, aber realistisches Ziel bis Ende 2027
Der ukrainische Präsident äußerte die Hoffnung, dass die verbleibenden vier Verhandlungskapitel eröffnet werden, und betonte, dass die ukrainische Seite alles für eine positive Entscheidung getan habe. Vize-Premierminister Tschentsow hatte zuvor eingeschätzt, dass er deren Eröffnung im Herbst erwarte, und den Abschluss der Verhandlungen mit der EU bis Ende 2027 als ehrgeiziges, aber realistisches Ziel betrachtet.
Als zweite Priorität hob Selenskyj die Nutzung aller Möglichkeiten für die sektorale Integration der Ukraine in die EU hervor. "Die Ukraine muss von allen Europäern als integraler Bestandteil normaler europäischer Prozesse gesehen werden, und dies muss unseren politischen Fortschritt und die Entscheidungen der Führungskräfte und Länder fördern", so seine Botschaft. Die dritte Priorität betrifft die Sicherstellung der notwendigen Unterstützung für die Ukraine vor dem bevorstehenden Winter.